Wien. (kle) Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen sind zu Wochenbeginn leicht gesunken - und das, obwohl die US-Ratingagentur Fitch Österreich am Freitag die Topnote AAA entzogen hatte. Mit 0,446 Prozent lagen die Renditen etwas niedriger als Ende vergangener Woche.

Für heimische Bond-Analysten ist das nicht weiter überraschend. "Im jetzigen Umfeld hätte schon Gravierendes passieren müssen, dass wir eine Renditeausweitung sehen", so Valentin Hofstätter von Raiffeisen. Mit der Herabstufung auf die zweitbeste Note AA+ sei das nicht der Fall gewesen, auch wenn Fitch Österreich damit "die Rute ins Fenster gestellt hat".

Gudrun Egger, Hofstätters Kollegin in der Erste Bank, meint, die von Fitch ins Treffen geführten Themen - effektive Strukturreformen und eine raschere Sanierung der Staatsbanken - seien den Investoren bereits bekannt. "Deshalb verkauft man österreichische Bundesanleihen nicht."

Außerdem sehen sowohl Egger als auch Hofstätter den Anleihenmarkt in Europa im Sog der in Kürze beginnenden Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank. Für Staatsanleihen bedeute dies weiterhin relativ hohe Kurse und damit relativ niedrige Renditen.