Souvenirs als Ladenhüter: Urlauber aus Nicht-EU-Ländern kauften im Vorjahr in Österreich weniger Mitbringsel. Auch die Umsätze mit Mode und Schmuck sanken. - © reuters/Herwig Prammer
Souvenirs als Ladenhüter: Urlauber aus Nicht-EU-Ländern kauften im Vorjahr in Österreich weniger Mitbringsel. Auch die Umsätze mit Mode und Schmuck sanken. - © reuters/Herwig Prammer

Wien. (sf) Die Ukraine-Krise, die Sanktionen zwischen Russland und der EU und der Verfall des Rubels haben deutliche Spuren bei den Ausgaben der kaufkräftigen russischen Urlauber hinterlassen. Die Einkaufsnation Nummer eins in Österreich gab im Vorjahr um ein Fünftel weniger aus. Insgesamt sind die Ausgaben von Urlaubern aus Nicht-EU-Ländern in heimischen Geschäften erstmals gesunken. Die Tax-Free-Umsätze gingen um fast neun Prozent zurück, wie der Mehrwertsteuerrückerstatter Global Blue am Mittwoch bekanntgab.

Knapp fünf Prozent mehr Geld als im Jahr zuvor ließen hingegen die Schweizer in Österreich - und für heuer rechnet Gerd Gfrerer, Chef von Global Blue Austria, durch die Freigabe des Euro-Franken-Wechselkurses mit 20 Prozent mehr Ausgaben von Schweizern österreichweit.

Deutlich stärker werden die Zuwächse in grenznahen Gebieten in Vorarlberg sein. Nach der Aufhebung des Franken-Mindestkurses Mitte Jänner seien die Einkaufsausgaben von Schweizern in Österreich binnen eines Tages um 50 Prozent nach oben geschnellt, so Gfrerer: "Zu Beginn tätigten die Schweizer richtige Hamsterkäufe. Österreich ist für sie über Nacht um 15 bis 20 Prozent billiger geworden." Neben massiven Zuwächsen im grenznahen Bereich, wo vor allem Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs gekauft werden, werden heuer auch mehr Schweizer Touristen in Österreich erwartet.

China löst Russland bald als Einkaufsnation Nummer eins ab


Ganz anders stellt sich die Situation für Russen dar: Urlaub in Euroländern ist für sie teurer, weil der Rubel massiv an Wert verloren hat. "Der russischen Mittelschicht fehlt Geld für Reisen und Shopping", sagt Gfrerer. Im Dezember 2014 lagen die Einkaufsausgaben um 50 Prozent unter dem Vorjahresmonat, und auch im traditionell starken Tourismus-Jänner gab es heuer massive Rückgänge. Dennoch handle es sich um "Jammern auf hohem Niveau" von heimischen Händlern: Innerhalb der vergangenen zehn Jahre haben sich die Einkaufsausgaben von Russen nahezu verfünffacht.

Mehr als versiebenfacht haben sich die Ausgaben der Chinesen in diesem Zeitraum. "China wird im nächsten Jahr Russland als Nummer eins in Österreich ablösen", sagt Gfrerer. Derzeit sorgen Russen für 24,5 Prozent der Ausgaben im heimischen Einkaufstourismus, Chinesen für 24,1 Prozent. Weltweit sind die Chinesen mit 31 Prozent Anteil an den Tax-Free-Einkäufen führend, vor Russland und den USA.