Wien. (kle) Die Ausgliederung der Hypo-Balkanbanken, die der Bund an den US-Fonds Advent und die Osteuropabank EBRD verkauft, ist abgeschlossen. Rechtlich und operativ sind die Bankbeteiligungen in Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro nun vollständig aus der Hypo-Abbaufirma Heta herausgelöst, teilte die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) am Dienstag mit. Der Verkauf selbst soll im Juni mit dem "Closing" finalisiert werden. Alle dafür notwendigen Schritte - einschließlich der behördlichen Genehmigungsverfahren - seien im Plan.

Das Netzwerk am Balkan wird künftig von der HGAA gesteuert, die deshalb ihren Sitz in Klagenfurt behalten soll. Zirka 200 Mitarbeiter der früheren Hypo Alpe-Adria-Bank International (nun Heta) hat die HGAA per 1. April 2015 übernommen.

Bund übernimmt Haftungen


Wie berichtet, ist der Verkauf der Hypo-Balkanbanken - eine Vorgabe der EU wegen der Staatsbeihilfen für die Hypo Kärnten - im Vorjahr am 22. Dezember besiegelt worden. Als Kaufpreis sind bis zu 200 Millionen Euro vereinbart. Allerdings fließen 150 Millionen davon nur unter bestimmten Bedingungen. Advent und EBRD haben sich gegen Risiken abgesichert - wobei die Haftungsobergrenze für die Republik mit 1,7 Milliarden Euro fixiert wurde.

Unter den neuen Eigentümern ist vor allem geplant, das Privatkunden- und das Finanzierungsgeschäft für Mittelständler in den westlichen Balkanländern auszubauen. "Die HGAA ist eine starke Bankengruppe mit einer Kapitalquote von über 20 Prozent und verfügt über mehr als zwei Milliarden Euro in langfristigen Finanzmitteln", hieß es in der Aussendung. Die zwei Milliarden Euro sind noch Gelder der verstaatlichten Mutter. Sie sollen zurückgezahlt werden, sobald sich die Balkanbanken wieder via Kapitalmarkt finanzieren können.