Bene-Schauraum in Wien. Der Möbel-Herstellerschreibt nach wie vor Verluste. bene
Bene-Schauraum in Wien. Der Möbel-Herstellerschreibt nach wie vor Verluste. bene

Wien. (ede/apa) Der Einstieg der Bartenstein Holding des früheren Wirtschaftsministers Martin Bartenstein und der grosso Holding des Sanierungsexperten Erhard Grossnigg beim angeschlagenen Büromöbelhersteller Bene ist noch nicht in trockenen Tüchern. Am 8. Juni findet eine Hauptversammlung in Waidhofen an der Ybbs statt, bei der die Transaktion abgesegnet werden soll.

Die Zustimmung der Streubesitz-Aktionäre gilt als fraglich, da ihnen nur 8 Cent je Aktie geboten werden. An der Börse ist das Papier 22 Cent wert. 75 Prozent der Stimmen werden für den Deal benötigt. Scheitert das Vorhaben, wird es für Bene eng. "Ohne den Einstieg eines Investors ist eine nachhaltige Lösung nicht gegeben. Wir brauchen den Investor", sagt Bene-Chef Rudolf Payer.

Mitarbeiterstand
sinkt weiter


Wie am Freitag bekanntgegeben wurde, hat der Büromöbelerzeuger 127 Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung angemeldet. 50 von ihnen haben eine Wiedereinstellungszusage bekommen. Darüber hinaus wird der Mitarbeiterstand an den internationalen Standorten um 29 Personen reduziert. Nach dem Abbau wird Bene 850 Mitarbeiter beschäftigen, rund 600 davon in Österreich. 2006, im Jahr des Börsegangs, waren es weltweit noch 1200 Mitarbeiter, davon 900 in Österreich.

Bene kämpft schon lange mit Verlusten. Im Dezember 2012 war der gesamte Vorstand ausgetauscht worden und Finanzvorstand Rudolf Payer trat an, um das Unternehmen zu sanieren. Ergebnisseitig steht Bene heute etwas besser da als im Jahr davor: Der Nettoverlust halbierte sich im Geschäftsjahr 2014/2015 von 28,6 auf 13,4 Millionen Euro.

Das Finanzierungspaket von Bartenstein und Grossnig umfasst einen Kapitalschnitt mit einer Herabsetzung des Grundkapitals auf rund 1,9 Millionen Euro. Im Zuge dessen werden jeweils 25 bestehende Aktien zu zwei Aktien zusammengelegt. Gleichzeitig wollen die Investoren 18 Millionen Euro an frischem Kapital zuführen, die in neuen Aktien ausgegeben werden. So sollen Grossnigg und Bartenstein zusammen auf über 90 Prozent der Aktien kommen. Derzeit sind 57,5 Prozent der Aktien im Streubesitz, 42,5 Prozent hält die Bene-Stiftung.

Bene ist nicht das einzige prominente Unternehmen, das in jüngster Zeit Schlagzeilen gemacht hat. Im März hat der deutsche Wäschehersteller Triumph die geplante Schließung des Werks im burgenländischen Oberwart vermeldet. Betroffen sind 210 Stellen. Laut Gewerkschaft verlaufen die Gespräche über einen Sozialplan konstruktiv.

Ende Jänner hatte der traditionsreiche Qualitätshemdenhersteler Gloriette mit Sitz in Stegersbach einen Insolvenzantrag eingereicht. Peter Hofer, Inhaber der Maßschneiderei Lambert Hofer, übernahm den Betrieb und sicherte so die Arbeitsplätze von rund 90 Frauen.