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Brüssel/Wien. (kle/apa) Die EU-Kommission hat für die Übernahme des Balkan-Geschäfts der früheren Hypo Alpe Adria (nun Heta) durch den US-Fonds Advent International grünes Licht gegeben. Die Kommission teilte am Freitag mit, sie habe keine Wettbewerbsbedenken. Der Abschluss des Deals, das sogenannte Closing, das noch für die erste Jahreshälfte erwartet wird, ist damit einen Schritt näher gerückt.

Genehmigt hat die EU-Kommission die Übernahme im vereinfachten Verfahren. Der Grund: Sie hatte von Anfang an keine Wettbewerbsbedenken.

Der Verkauf der Südosteuropa-Banken - eine Vorgabe Brüssels wegen der Staatsbeihilfen für die Hypo Alpe Adria - ist im Vorjahr am 22. Dezember unterzeichnet worden. Den Zuschlag bekamen der Finanzinvestor Advent und die an dessen Bieterkonsortium minderheitlich beteiligte Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Seit April ist der Balkanteil aus der staatlichen Hypo-Nachfolgegesellschaft Heta endgültig - formell und auch operativ - herausgelöst. Die Balkan-Bankengruppe firmiert jetzt unter Hypo Group Alpe Adria.

Kaufpreis schmilzt

Als Kaufpreis für das Netzwerk sind im Vertrag bis zu 200 Millionen Euro in Cash vereinbart. Davon fließen 150 Millionen jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Dass bei den Balkan-Banken 2014 ein Verlust von gut 97 Millionen Euro anfiel, wie am Donnerstag vermeldet wurde, hat diese - unter Vorbehalt stehende - Größe schon einmal entsprechend reduziert. Ein weiterer Verlust im laufenden Jahr würde sie nochmals schmälern. Als Mindestkaufpreis gelten aber 50 Millionen Euro.

Die Käufer sind auch berechtigt, Kredite, sofern sie sich als notleidend herausstellen, an die Heta "zurückzugeben". Außerdem ist für den Bund eine Haftungsobergrenze von 1,7 Milliarden Euro vertraglich fixiert worden. Advent und EBRD haben sich gegen Risiken bei ihrem Kaufobjekt umfangreich abgesichert.

Zur Hypo Group Alpe Adria gehören Banken in Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro. Die Bankengruppe, die in Slowenien und Kroatien auch im Leasinggeschäft tätig ist, hat eine Bilanzsumme von 8,5 Milliarden Euro, 245 Filialen, 3950 Mitarbeiter und 1,15 Millionen Kunden.

Die fünf Balkan-Banken hängen an einer Holding mit Sitz in Klagenfurt. Die sogenannte SEE-Holding verfügt über eine österreichische Banklizenz. Advent will diese Lizenz erweitert haben - auf das Einlagengeschäft in Österreich und gedeckte Schuldverschreibungen. Das soll der Balkan-Bankengruppe die Refinanzierung erleichtern. Die Lizenzerweiterung, eine Sache der Finanzmarktaufsicht, ist noch ausständig. Laut Advent ist sie für den Abschluss der Übernahme unabdingbar.