Wien. (kle) In Österreich kommen jetzt die Girokontozinsen in Bewegung. Als erstes Institut am heimischen Markt hat die Bank Austria die Überziehungszinsen gesenkt. Wer bei der Wiener Tochter der italienischen Unicredit ein neues Girokonto eröffnet, kassiert für seine Guthaben zwar keine Zinsen mehr, bei Überziehungen fallen jedoch geringere Kosten als bisher an.

Wie die Bank Austria am Montag mitteilte, zahlen Neukunden seit 1. Juni 7 Prozent Sollzinsen, wenn sie ihr Konto überziehen. Sogenannten Kontoüberziehungskrediten hat das Institut einen variablen Zinssatz zugrunde gelegt. Gebunden ist dieser an den Drei-Monats-Euribor (Mittelwert aus jenen Zinssätzen, zu denen viele europäische Banken einander Geld leihen), wobei fix 7 Prozent draufgeschlagen werden. Da der Drei-Monats-Euribor derzeit de facto bei null liegt, beträgt die Sollverzinsung somit 7 Prozent.

Mehr als eine Million Konten


Bei bestehenden Konten - aktuell gibt es davon bei der Bank Austria mehr als eine Million im Inland - beginnen die Überschreitungszinsen bei 9,5 Prozent, sie bleiben gleich. Lag der Höchstsollzinssatz bisher jedoch bei 13,25 Prozent, ist er nun auf 11,5 Prozent gesenkt worden.

Laut Bank Austria können allerdings auch bestehende Kunden in den Genuss niedrigerer Sollzinsen kommen - wenn sie auf das neue Konto umsteigen. Günstiger sei dies aber nur für Kunden, die oft oder dauerhaft mit ihrem Konto im Minus seien, so ein Banksprecher.

Indes liegt der Habenzins bei bestehenden Girokonten weiterhin bei 0,125 Prozent, während Guthaben bei den neuen Konten unverzinst bleiben. Dass die Bank Austria nun ein neues Kontomodell anbietet, begründet sie vor allem mit dem aktuellen Niedrigzinsumfeld. Unabhängig davon erhöht das Institut mit 1. Juli 2015 die Preise für bestehende Konten - um 1,1 Prozent bzw. je nach Leistungsumfang des Kontos um 8 bis 52 Cent pro Quartal. Die Bank Austria spricht von einer "inflationsbedingten Anpassung".