Wien. (kle) Europas Banken erholen sich nur langsam von der Krise. Den wenigsten gelingt es, neue Einnahmequellen zu erschließen oder ihre Kosteneffizienz zu verbessern, wie aus einer am Dienstag vorgestellten Studie des Unternehmensberaters A.T. Kearney hervorgeht. Österreichische Banken konnten im Vorjahr ihren Ertrag zwar steigern, aber aus Sicht von A.T. Kearney sind auf der Kostenseite "größere Schritte gefragt", um zu den führenden Banken Europas aufzuschließen. Zudem müssten die heimischen Institute die Potenziale im digitalen Banking stärker ausschöpfen.

Laut der Studie, für die knapp 100 Finanzinstitute in 24 west- und osteuropäischen Ländern unter die Lupe genommen wurden, liegt die Performance österreichischer Banken immer noch unter dem europäischen Durchschnitt. Beim Verhältnis von Kosten zu Ertrag etwa kommen heimische Institute auf 71 Prozent, während spanische und nordeuropäische Banken hier mit 48 bzw. 50 Prozent am besten abschneiden. Am profitabelsten sind laut A.T. Kearney die Schweizer und die nordischen Banken. Verdienen die österreichischen Geldinstitute pro Mitarbeiter 216.000 Euro, sind es bei den nordischen und Schweizer Pendants 349.000 Euro.

Auch beim Ertrag pro Kunde liegen die Schweiz und Skandinavien mit 811 Euro an der Spitze. Die österreichischen Banken liegen hier mit 602 Euro im europäischen Mittelfeld. In Südeuropa verdienen die Banken pro Kunde 688 Euro, in Westeuropa 501 Euro und in Osteuropa 154 Euro. Die Zahlen beziehen sich auf 2014.