Wien. (kle/apa) Der Durchhänger vom Vorjahr ist abgehakt: In der ersten Hälfte des heurigen Jahres ist die börsenotierte Telekom Austria wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Unterm Strich verdiente der Konzern 171,4 Millionen Euro, nachdem für die ersten sechs Monate 2014 ein Verlust von 264,3 Millionen Euro zu Buche gestanden war. Der scheidende Telekom-Chef Hannes Ametsreiter sprach am Freitag von einem "Rekordgewinn", der die Erwartungen der Analysten um das Vierfache übertroffen habe.

Ametsreiter verlässt Ende Juli den heimischen Marktführer bei Mobilfunk, Festnetz und Internet und wird mit 1. Oktober Chef von Vodafone Deutschland. Kommenden Freitag befasst sich der Aufsichtsrat der Telekom mit seiner Nachfolge.

Zum Abschied betonte Ametsreiter einmal mehr, wie hart der Wettbewerb in der österreichischen Telekom-Branche sei. Finanzvorstand Siegfried Mayrhofer merkte dazu an: "Wenn Sie jetzt in den Urlaub fahren, dann vergleichen Sie einmal die Preise mit Österreich." Diese seien hierzulande "meilenweit" unter dem europäischen Durchschnitt. Wachstumstreiber für die Telekom war im ersten Halbjahr aber ohnehin nicht der Mobilfunk, sondern das Geschäft mit IT-Dienstleistungen, das um gut neun Prozent zulegte.

Weitere Kapitalspritze?


Spekuliert wird unterdessen über eine neuerliche Kapitalerhöhung. Der Mehrheitseigentümer, die mexikanische América Móvil, wolle diese im Herbst mit einem Volumen von voraussichtlich 1,5 Milliarden Euro durchziehen, berichtet die Tageszeitung "Die Presse". Offen sei, ob die Staatsholding ÖBIB (vormals ÖIAG) dabei mitziehen oder sich ihr Anteil von derzeit 28,42 Prozent verwässern würde. Von ihr gab es am Freitag kein Statement. Erst im Herbst 2014 hatte die Telekom eine rund eine Milliarde Euro schwere Kapitalerhöhung durchgeführt.

Auch América Móvil gab vor dem Wochenende Halbjahresergebnisse bekannt. Vor allem wegen Währungsschwankungen in Lateinamerika brach der Nettogewinn von 30,9 auf 22,3 Milliarden Pesos (1,3 Milliarden Euro) ein.