Wien. Nach der Übernahme des Büromöbelherstellers Bene im Juni haben sich nun auch die Investoren zu Wort gemeldet. Der frühere Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und der Sanierer Erhard Grossnigg betonten am Freitag im Gespräch mit der APA, dass eine Verlagerung des österreichischen Standortes kein Thema sei und aus derzeitiger Sicht auch kein weiterer Personalabbau mehr drohe.

"Wir halten klar am Standort Waidhofen fest. Wir stehen zu Bene", sagte Bartenstein, der auch im Bene-Aufsichtsrat sitzt. Grossnigg fand allein die Frage nach einer möglichen Abwanderung eine "komische Idee". Auch eine Verschmelzung mit dem Büromöbelhersteller Neudörfler, der ebenfalls zu Grossniggs Imperium gehört, sei nicht angedacht, erklärten die Investoren. Bene und Neudörfler blieben eigenständige Unternehmungen, auch operativ.

"Aus dem Gröbsten heraus"


Einen neuerlichen Jobabbau müssen die Bene-Beschäftigten vorerst nicht befürchten. "Mir ist in der Hinsicht nichts bekannt", sagte Grossnigg. "Aus heutiger Sicht nein", so Bartenstein. Im April gab Bene bekannt, 127 Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet zu haben und international 29 Jobs zu streichen. Nach dem Abbau wird Bene 850 Mitarbeiter beschäftigen, rund 600 davon in Österreich.

Mit dem Kapitalschnitt und der Kapitalerhöhung sei Bene "finanziell aus dem Gröbsten heraus", meinte Bartenstein. "Das Damoklesschwert der Insolvenz ist vom Tisch." Die Firma habe nun ein positives Eigenkapital und der Relaunch sei auf den Beinen. Bene will sich künftig auf die Kernmärkte Österreich, Deutschland, Großbritannien und andere europäische Länder konzentrieren. Ob Standorte geschlossen werden? Bartenstein: "Es gibt noch keine finalen Beschlüsse der Märkte."

Nächster wichtiger Termin für Bene ist die Hauptversammlung am 17. September. Dort werden Bartenstein und Grossnigg den Ausschluss der Minderheitsaktionäre (9,6 Prozent) aus dem Unternehmen beschließen.