Gauselmann-Gruppe als
großer Verlierer?

Unter die Räder - angesichts der Entwicklungen - droht das deutsch-schweizerische "Grand Casino Baden"-Konsortium zu geraten, das ursprünglich den Zuschlag für das Casino im Wiener Palais Schwarzenberg erhalten hatte. Das wurde nun vom Bundesverfassungsgericht verworfen. Sollte das Finanzministerium verzichten, würde die Gruppe leer ausgehen. Zu ihr gehört neben dem Schweizer Casino auch der große deutsche Spielautomatenbetreiber Gauselmann.

Ob sie Anspruch auf Schadenersatz hat, da sie laut eigenen Angaben bereits in das derzeit ungenutzte Palais investiert hat, ist noch offen. Sollte das Glücksspielgesetz geändert werden, würden Ansprüche nicht einfacher.

Lotterien sind bis zu
800 Millionen Euro wert

Erstaunlich klingt, dass die Lotterien GmbH, eine Tochter der Casinos Austria, mehr wert ist als die Muttergesellschaft. Experten gehen von einem Lotterien-Firmenwert von bis zu 800 Millionen Euro aus. Novomatic hätte demnach für die 18 Prozent rund 140 Millionen Euro bezahlt.

Die Casinos Austria dagegen werden mit etwa 500 bis 550 Millionen Euro bewertet, da sie hohe Verbindlichkeiten aufgetürmt haben. Denn in der Vergangenheit mussten im Ausland Verluste hingenommen werden, und die zwölf Casinos in Österreich verdienen nicht so brüllend, wie es das Glücksspielgeschäft vermuten ließe. 2014 konnten die Casinos Austria erstmals wieder bei 3,6 Milliarden Euro Umsatz einen Gewinn von 42 Millionen Euro verzeichnen. Die Casino-Lotterien-Gruppe zählt zu den starken Steuerzahlern des Landes.

Novomatic, 1980 von Graf gegründet, konnte 2014 ein Umsatzplus von 17 Prozent auf 2 Milliarden Euro verzeichnen. Der Jahresüberschuss lag bei 277 Millionen Euro. Graf selbst zählt mittlerweile zu den reichsten Österreichern.