Wien. Das Wirtschaftsministerium hat die Export-Förderinitiative "go international" bis März 2019 verlängert. Insgesamt stehen dafür 56 Millionen Euro zur Verfügung. Damit bleibt das Fördervolumen etwa auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Ziel der Förderungen sei es, 8000 neue Exporteure zu gewinnen, teilte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am Dienstag mit.

Mit den bisherigen Exportinitiativen sei die Anzahl der österreichischen Exporteure seit dem Jahr 2000 von damals 12.500 auf 52.000 erhöht worden, erklärte der Chef der Wirtschaftskammer, Christoph Leitl. Jeder Euro, der für die Exportförderung ausgegeben werde, bringe 55 Euro an zusätzlichen Exporten.

2014 haben die heimischen Firmen Waren im Wert von 128,11 Milliarden Euro exportiert und damit den vierten Rekordwert in Folge erzielt. Rechnet man auch die Dienstleistungsexporte dazu, kommt man auf ein Exportvolumen von 180 Milliarden.

Die Wirtschaftskammer will vor allem die Exportmärkte in Amerika und Asien noch stärker bearbeitet sehen. "Die Märkte mit großem Export- und Investitionspotenzial finden wir nicht mehr in Europa", so Leitl. Seit dem Jahr 2000 hätten Österreichs Ausfuhren insgesamt um 83,5 Prozent zugelegt - jene nach Amerika aber um 131,3 Prozent und jene nach Asien um 190,7 Prozent. "Eine stärkere Diversifikation macht Österreich krisenfester, wenn es im Handel mit einzelnen Märkten zu Einbrüchen kommt", betonte Mitterlehner dazu.

Ein neues Förderinstrument sind unterdessen Europa-Schecks, die Klein- und Mittelbetriebe zur Ko-Finanzierung direkter Markteintrittskosten (etwa für Rechtsberatung und Werbemaßnahmen) in Europa abrufen können. Zusätzlich gibt es solche Schecks auch für Fernmärkte und die Vermarktung von Innovationen.

Neue Angebote gibt es zudem für Start-ups: Nach den positiven Erfahrungen mit "Go Silicon Valley" sollen in Zukunft Jungunternehmer unter dem Motto "Go Tel Aviv" auch bei der Markterschließung und Kontaktanbahnung in Israel unterstützt werden. Mitterlehner: "Durch den stärkeren Austausch mit zwei der innovativsten Regionen weltweit ergeben sich neue Netzwerke und Chancen."

"Go international" unterstützt heimische Unternehmen vor allem beim ersten Schritt in den Export und der Erschließung von Zukunftsmärkten. Instrumente dafür sind unter anderem die Unterstützung des Besuchs wichtiger Branchentreffs, von Kongressen und Messen sowie die Teilnahme an Forschungskooperationen. Neben Marktstudien gibt es Rechtsberatungen und Risikoanalysen, die den Unternehmen angeboten werden.

"Insgesamt vereinfachen und bündeln wir die Förderinstrumente und machen sie damit für die Unternehmen leichter abrufbar", erklärte Mitterlehner. Zusätzlich wollen wir verstärkt Synergien mit anderen in der Internationalisierung tätigen Institutionen wie der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, der Förderbank AWS und der Oesterreichischen Kontrollbank nützen."