Wien/Waidhofen an der Ybbs. Kleinanlegerschützer Wilhelm Rasinger übt Kritik an der Hinausdrängung der Streubesitzaktionäre beim kriselnden Büromöbelhersteller Bene. Die geplante Barabfindung von 1,03 Euro je Aktie sei viel zu gering. Wenn man den Kapitalschnitt bei Bene sowie den Wertverlust einrechne, "mussten die Aktionäre einen Verlust von 98,5 Prozent hinnehmen", so Rasinger am Montag.

Das ehemalige Familienunternehmen gehört seit Juni mehrheitlich Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein sowie dem Sanierer Erhard Grossnig. Deren Beteiligungsgesellschaft BGO hält 90,24 Prozent der Bene-Aktien, der Rest ist in Streubesitz.

Am 17. September wird das Hinausdrängen der Minderheitsaktionäre in der Hauptversammlung beschlossen. Für Rasinger kommt dieses Squeeze-out zum "ungünstigsten Zeitpunkt": "Grossnig und Bartenstein haben die gesetzlichen Bestimmungen einseitig in ihrem Interesse ausgenützt." Er rechnet damit, dass mindestens ein Dutzend Aktionäre die Höhe der Barabfindung gerichtlich überprüfen lassen will. Bene hatte mitgeteilt, der gerichtlich bestellte Wirtschaftsprüfer habe die Richtigkeit und Angemessenheit der Barabfindung bestätigt.