Wien. Heimo Scheuch, Chef des weltweit größten Ziegelherstellers Wienerberger, kritisiert, dass zwar viele Pakete zur Konjunkturbelebung durch den Wohnbau versprochen worden seien, Österreich aber "Ankündigungsweltmeister" sei. Den Bürgern fehle es an Finanzierungskraft, und es werde zu wenig in die kommunale Infrastruktur investiert.

Wienerberger selbst geht es wieder besser: Der Ziegelhersteller erwartet nach einem Ergebnissprung im 1. Halbjahr ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 375 statt wie bisher 350 Millionen Euro für 2015.

"Enttäuschende" Entwicklung im deutschsprachigen Raum


Nach einem Sanierungsprogramm wurde das Betriebsergebnis in den ersten 6 Monaten auf 68,3 Millionen Euro mehr als verdoppelt, das Ergebnis nach Steuern drehte ins Plus und lag bei 21,1 Millionen. Der Umsatz stieg von 1,349 auf 1,475 Milliarden Euro. Die weltweite Mitarbeiterzahl stieg um 7 Prozent auf 15.819.

In Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, den USA sowie in den meisten Ländern Osteuropas sei es gut gelaufen - außer in Russland. Der Markt mache aber nur zwei Prozent des Gesamtumsatzes aus. "Enttäuscht" ist Scheuch vom deutschsprachigen Raum. Der Zuzug spiele sich in Österreich, Deutschland und der Schweiz hauptsächlich in den Ballungsräumen ab, und beim mehrgeschoßigen Wohnbau seien Ziegel nicht so weit verbreitet.