Bernhard Felderer rechnet mit Milliardenkosten. - © apa/Hochmuth
Bernhard Felderer rechnet mit Milliardenkosten. - © apa/Hochmuth

Wien. (apa/kle) Sollten heuer zirka 80.000 Flüchtlinge in Österreich bleiben, könnte das nächstes Jahr bis zu 1,2 Milliarden Euro an Kosten verursachen. Dies habe eine "grobe Schätzung" ergeben, sagte Bernhard Felderer, Chef des Fiskalrates, am Donnerstag in einer Pressekonferenz mit der Industriellenvereinigung.

Je schneller die Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden könnten, "desto besser für uns". Sollten sich die Menschen schlecht integrieren und nächstes Jahr ein weiterer Ansturm dazukommen, würden sich die Kosten langfristig allerdings "auftürmen". Felderer: "Dann weiß ich nicht, was wir machen."

Nach der Flüchtlingswelle aus Ex-Jugoslawien Anfang der 1990er Jahre hätten 90 Prozent der Berechtigten binnen zwei Jahren Arbeit gefunden. Damit könne man diesmal nicht rechnen, so Felderer. Einerseits, weil die Konjunktur schlechter läuft, andererseits, weil viele Menschen nicht so passend ausgebildet seien und die Menschen vom Balkan "unserer Kultur nähergestanden sind". Insgesamt müsse man sich auf einen langen Prozess einstellen - die Frage sei, wie Österreich das schultern könne.

Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, verwies darauf, dass die Firmen hohes Interesse daran hätten, rasch - innerhalb von Monaten - herauszufinden, welche Qualifikationen genutzt werden können. Neumayer hofft darauf, dass in Mangelberufen, die von Österreichern nicht besetzt werden, neue Jobs entstehen. Allerdings räumt er auch ein, dass nicht allzu viele der Flüchtlinge unmittelbar in diesen Mangelberufen einsetzbar sind.