Laakirchen/Wien. (kle) Rund um den Rückzug des oberösterreichischen Zulieferkonzerns Miba von der Wiener Börse soll es zu keinen Misstönen kommen. So will es dessen Mehrheitsaktionärin, eine Beteiligungsgesellschaft der Familie des Industriellen Peter Mitterbauer. Diese hat im Zuge eines freiwilligen Angebots von 550 Euro je Aktie, das noch bis 26. November läuft, inzwischen zwar schon ein Drittel der Streubesitzanteile eingesammelt. Aber noch sind 3,4 Prozent der Aktien in Händen des Börsenpublikums.

Um auch die restlichen Streubesitzaktionäre zum Ausstieg zu bewegen, hat die Eigentümerfamilie ihr Rückkaufangebot auf 565 Euro pro Aktie aufgebessert. Dieses gilt nachträglich auch für jene Streubesitzaktionäre, die das ursprüngliche Übernahmeoffert bereits angenommen haben.

Unabhängig davon, ob die Familienaktionäre um Peter Mitterbauer bis 26. November sämtliche Miba-Streubesitzanteile angedient bekommen oder nicht, ist zu Wochenbeginn in einer Sonderhauptversammlung der Miba der Ausschluss der Minderheitsaktionäre (Squeeze-out) fixiert worden. Damit ein Squeeze-out aktienrechtlich gedeckt ist, muss ein Mehrheitsaktionär mindestens 90 Prozent an einem Unternehmen halten. Nur dann können die Minderheitsaktionäre zwangsweise abgefunden werden.

Ursprünglich hatten die Miba-Familienaktionäre für den Squeeze-out vorab 540 Euro je Aktie angekündigt. Um beim Abgang von der Börse Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, haben sie in der gestrigen Hauptversammlung jedoch beschlossen, auch im Zuge des Squeeze-out 565 Euro je Aktie zu bezahlen.

Drei Bedingungen

Der Zuschlag gilt aber nur, wenn keine Einwände eingebracht werden. Demnach darf es keinen Widerspruch zum Hauptversammlungsbeschluss geben, keine Klage auf Anfechtung oder Nichtigerklärung des Beschlusses und keinen Antrag auf Überprüfung der Barabfindung, wie aus einer Presseaussendung der Miba hervorgeht. Umgelegt auf eine Aktie soll der Konzern einen Wert von 526 Euro auf die Waage bringen.

Dass die Familienaktionäre die Miba nach fast 30 Jahren von der Börse nehmen, hat nach ihren Angaben damit zu tun, dass die Aktien kaum gehandelt werden und die Publizitätspflichten und die Organisation von Hauptversammlungen keinem Nutzen mehr gegenüberstehen.

Gegründet wurde die Miba im Jahr 1927 in Laakirchen. Heute produziert der Konzern mit rund 5000 Mitarbeitern an 22 Standorten in elf Ländern spezielle Bauteile, etwa für die Autoindustrie. Im vergangenen Geschäftsjahr lag der Umsatz bei 670 Millionen, der operative Gewinn bei 82 Millionen Euro. Seniorchef Peter Mitterbauer (72) leitete die Miba mehr als drei Jahrzehnte, er war auch viele Jahre lang Präsident der Industriellenvereinigung und Aufsichtsratsvorsitzender der Staatsholding ÖIAG.