Der Präsident der steirischen Wirtschaftskammer, Josef Herk, hat diesbezüglich große Bedenken: Der Startcode für die notwendige Sicherheitseinrichtung soll erst mit 1. Juli 2016 vorliegen. Es stelle sich die Frage, was dann mit jenen Registrierkassen passiert, die in der Zwischenzeit - weil vorgeschrieben - gekauft wurden, "und danach vielleicht wieder nicht dem Gesetz entsprechen", so Herk.

Die Kassenanbieter sehen das nicht so dramatisch, sie stellen sich schon auf Updates ein. "Wir wissen schon ziemlich konkret, wie die Details aussehen werden", sagt Dextra Data Solutions-Geschäftsführer Handl. Jeder seriöse Hersteller könne bestätigen, dass so weit upgedated wird, damit alles seine Ordnung habe.

Das sieht man auch im Finanzministerium so. Dort verweist man auch darauf, dass es für Klein- und Kleinstunternehmen sehr günstige Kassenlösungen gebe.

Unter die Registrierkassenpflicht fallen rund 60 Prozent aller heimischen Betriebe, insgesamt bis zu 150.000, vorwiegend in den Branchen Gastronomie, Handel und Dienstleistungen. Unklar ist, wie hoch die Zahl der Betriebe ist, die sich jetzt eine Registrierkasse anschaffen müssen.

Die ab dem kommenden Jahr in Kraft tretende Steuerreform wird die Einnahmen des Staates um rund 5,2 Milliarden Euro schmälern. Die Regierung hat jedoch diesem Entgang im Budget durch diverse Maßnahmen Mehreinnahmen in derselben Höhe gegenübergestellt. 900 Millionen Euro soll die Selbstfinanzierung dieser Steuerreform betragen. Die Entlastung fließt vor allem bei unteren und mittleren Einkommen zur Gänze oder zu einem großen Teil direkt in den Konsum.

Der Großteil der Gegenfinanzierung, nämlich 1,9 Milliarden Euro, fällt jedoch auf die Betrugsbekämpfung, die Registrierkassenpflicht ist ein Aspekt davon, ebenso eine Belegerteilungspflicht. Zudem werden Steuerprüfungen werden verstärkt und ein zentrales Kontenregister eingeführt.

Durch Streichung von Steuerausnahmen sollen weitere 900 Millionen zur Gegenfinanzierung der Reform beitragen. Einsparungen wird es auch in der Verwaltung und bei Förderungen geben, hier hat Finanzminister Hans Jörg Schelling in seinem Budget auch einen Kostendämpfungspfad für die kommenden Jahre erstellt. Hier sind 1,1 Milliarden Euro als Refinanzierung eingestellt. Die restlichen 400 Millionen auf die 5,2 Milliarden Entlastung kommen über ein Solidarpaket hinein (unter anderem Erhöhung der Höchstbeitragsgrundlage).

Gegenfinanzierung