Wien. (apa/kle) Die Bundeswettbewerbsbehörde hat grünes Licht für den Einstieg der beiden tschechischen Milliardäre Karel Komarek und Jiri Smejc bei den teilstaatlichen Casinos Austria gegeben, wie sie am Montag auf ihrer Homepage bekanntgab. Komarek und Smejc gehören nun über die Austrian Gaming Holding durchgerechnet 11,35 Prozent der Casinos-Aktien. Damit wollen sie sich jedoch nicht zufriedengeben, sie wollen noch mehr Anteile an den Casinos erworben.

"Wir haben Geduld", sagte der Sprecher des Bieterkonsortiums, Stepan Dlouhy, am Montag. Mit den Casinos habe man Großes vor, so solle Wien zu einer Art Innovationszentrum für die gesamte Gruppe ausgebaut werden.

Hinter dem neuen Casinos-Miteigentümer Austrian Gaming Holding stehen die Mischkonzerne KKCG und Emma Capital von Komarek und Smejc. Die beiden Geschäftsleute aus Tschechien sind bereits im Glücksspielgeschäft aktiv. Im Oktober 2013 kauften sie sich bei den ehemals staatlichen griechischen Lotterien OPAP ein, wo sie seither eine Kontrollmehrheit von 33 Prozent haben. In Tschechien ist die KKCG seit ein paar Jahren Alleineigentümer der Lotterie Sazka.

Kooperationsangebot an Staat


Nach wie vor haben Komarek und Smejc Akquisitionshunger. Die Casinos Austria, an denen der Bund über die Staatsholding Öbib ein Drittel hält, würde ihnen gut ins Portfolio passen, so KKCG-Investmentdirektor Dlouhy. "Unser Ziel ist es, eine europäische Glücksspiel-Holding zu schaffen, die im Business-to-Consumer-Bereich tätig ist."

Bedenken, dass die Tschechen - sollten sie eine kontrollierende Mehrheit an den Casinos erlangen - Jobs streichen würden, zerstreut Dlouhy. "Wir wollen weder das Headquarter Wien aufgeben noch den Staat um Steuergeld bringen." Vielmehr wolle man mit dem Staat kooperieren. Über das Vorgehen der Öbib bei der Hauptversammlung der Casinos Anfang Oktober verliert Dlouhy daher vorerst kein schlechtes Wort. Auch, ob man gegen den dortigen Beschluss klagen will, lässt er weiter offen. "Wir prüfen unsere Optionen und kommen in freundlicher Absicht." KKCG bzw. Emma Capital hätten mit allen Altaktionären der Casinos "freundliche" Gespräche über eine Anteilsübernahme geführt, so Dlouhy.

Außer der zur Vienna Insurance Group gehörenden Donau Versicherung, die ihre Casinos-Anteile den Tschechen verkauft hat, haben andere Casinos-Aktionäre ihre Anteile der Novomatic versprochen. Der NÖ-Glücksspielkonzern hält auf dem Papier schon fast 40 Prozent an den Casinos. Die einzelnen Übertragungen sind aber wettbewerbsrechtlich noch nicht durch, zudem wollen die Tschechen von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen und Novomatic die Anteile noch wegschnappen.