Wien. (kill) Der Elektronikkonzern Samsung muss wegen Preisabsprachen bei Elektronikprodukten und Haushaltsgeräten 1,05 Millionen Euro an Bußgeld zahlen. Die Entscheidung des Kartellgerichtes von 9. September sei rechtskräftig, teilte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Mittwoch mit. Der Hersteller habe mit Händlern von April 2009 bis Mai 2014 Preise abgesprochen. Teilweise wurden Händler aufgefordert, Online-Verkaufspreise zu erhöhen, etwa bei Fernsehern, Notebooks, Tablets, Monitoren, Kühlschränken, Waschmaschinen und Staubsauger-Robotern.

Bei der Berechnung der Geldbuße wirkte sich laut Mitteilung der BWB unter anderem mildernd aus, dass das Unternehmen bei der Aufklärung des Sachverhalts mit kooperierte und den Verfahrensaufwand reduzierte. Außerdem habe das Samsung-Management bereits vor Beginn der Kartelluntersuchungen der BWB im österreichischen Elektronikproduktehandel interne Compliance-Maßnahmen gesetzt und weitere Schritte eingeleitet, um künftige Verstöße hintanzuhalten.

Bisher 6,2 Millionen Euro Bußgeld
im Online-Eletronikhandel


Die Wettbewerbshüter ermitteln bereits seit längerem im Elektronik-Onlinehandel. Bisher wurde sieben Unternehmen zu Geldbußen verurteilt. Erst vor wenigen Tagen wurde gegen Nikon eine Geldbuße von 170.000 Euro wegen Absprachen von Kamerapreisen mit Händlern verhängt. Der Elektrohändler MediaSaturn musste 1,23 Millionen Euro zahlen, Philips 2,9 Millionen. Damit summieren sich die Bußgelder in der Branche auf 6,222 Millionen Euro.

Millionenstrafen sind in Österreich selten, die bisher höchste Geldstrafe fasste der Lebensmittelhändler Spar mit 30 Millionen Euro aus, wie Freitag bekannt wurde.