Die Entsorgung von Altlasten hat der italienischen Krisenbank Monte Paschi wieder rote Zahlen eingebrockt. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Minus von 109 Millionen Euro, wie das älteste Geldhaus der Welt am Freitag mitteilte. Experten hatten einen noch höheren Fehlbetrag befürchtet.

Monte Paschi hatte im September ein verlustreiches Derivategeschäft namens "Alexandria" mit der japanischen Investmentbank Nomura aus dem Jahr 2009 vorzeitig beendet. Es hatte maßgeblich zur Schieflage der Bank beigetragen, die zudem hart von der Euro-Schuldenkrise getroffen wurde. Der Staat hatte Monte Paschi mit Steuergeldern von mehr als vier Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt. Zu Jahresbeginn hatte es das Institut erstmals seit drei Jahren wieder in die Gewinnzone geschafft.

In den ersten neun Monaten erwirtschaftete die Bank einen Nettogewinn von 84,7 Millionen Euro. Die harte Kernkapitalquote (CET-1) stieg per Ende September auf 11,7 Prozent von 10,7 Prozent zum Ende des ersten Halbjahres. Die Problemkredite erhöhten sich jedoch seit Ende 2014 um 5,4 Prozent auf 24,4 Milliarden Euro. Das Institut aus der Toskana hatte beim jüngsten EZB-Stresstest am schlechtesten abgeschnitten. Es muss sich auf Geheiß der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Fusionspartner suchen.