Wien. Die Flugbegleiter der AUA-Mutter Lufthansa bleiben hart: Am Dienstag werden die Flughäfen Frankfurt, München und Düsseldorf bestreikt. Auch ein verbessertes Angebot des Vorstands befriedigte die Gewerkschaft Ufo nicht. "Das Angebot bringt minimale Verbesserungen und wird dazu noch mit einer Drohung verbunden. So funktioniert das nicht", sagte der Chef der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies. Man werde daher streiken, sich aber weiteren Gesprächen nicht verschließen.

Um den laufenden Ausstand so schnell wie möglich zu beenden, habe man die Einmalzahlung beim Gehalt um 1000 auf 3000 Euro erhöht, teilte die Lufthansa nach einer Krisensitzung der Konzernführung mit. Auch sollen die Flugbegleiter wieder ab 55 mit den bisherigen Leistungen in den Vorruhestand gehen können - und nicht wie bisher vorgeschlagen ab 56. Neuen Flugbegleitern wolle man eine Altersversorgung auf dem Niveau anderer Dax-Konzerne anbieten.

Am vierten Tag des Streiks - eine Pause gab es nur am Sonntag - sollen in Frankfurt von 4.30 Uhr bis 23 Uhr und in München von 5 Uhr bis 24 Uhr alle Langstreckenflüge sowie in Düsseldorf alle Kurz- und Langstreckenflüge von 4.30 Uhr bis 23 Uhr bestreikt werden. Der Streik soll bis Freitag dauern.

Die Chancen auf ein baldiges Ende des Arbeitskampfes gelten als gering. Der Clinch zwischen Gewerkschaft und Lufthansa um die Altersversorgung für 19.000 Flugbegleiter dauert bereits zwei Jahre.

Aufgrund des Streiks am Montag in Frankfurt, München und Düsseldorf wurden 930 Verbindungen - fast ein Drittel aller Lufthansa-Verbindungen - annulliert, darunter 24 von und nach Österreich. Betroffen waren insgesamt rund 113.000 Passagiere.

Ufo geht es vor allem um eine Fortsetzung des Systems der Betriebs- und Übergangspensionen. Derzeit können Kabinenmitarbeiter ab 55 Jahren freiwillig aus dem Flugdienst ausscheiden. Sie erhalten bis zu 60 Prozent ihrer letzten Bezüge als Übergangsversorgung.

Der Streik kommt die Lufthansa teuer zu stehen. Auf Basis der Erfahrungen von vorherigen Streiks belaufe sich der tägliche Verlust durch den Ausstand des Kabinenpersonals auf einen deutlich zweistelligen Millionen-Betrag, so ein Lufthansa-Sprecher.

Nach Intersky-Pleite springt offenbar Eurowings ein


Eurowings, Germanwings, Swiss und Austrian Airlines (AUA) werden nicht bestreikt. Die neue Lufthansa-Billigtochter Eurowings, die am Montag erstmals von Wien abhob, könnte indes zwei Flugverbindungen der insolventen Regionalfluglinie Intersky übernehmen. Intersky hat am Donnerstagabend ihren Betrieb eingestellt und am Montag Insolvenzantrag eingereicht. Offenbar wird die Lufthansa-Billigtocher Eurowings ab 26. November von der bisherigen Intersky-Homebase Friedrichshafen bei Bregenz Berlin und Düsseldorf bedienen.

"Es ist eine Option, es wird noch verhandelt", sagte Andreas Humer-Hager, Sprecher des Bodensee-Airport Friedrichshafen, den viele Vorarlberger nutzen. Mittelfristig wären die Eurowings-Flüge aber zu wenig, weil Geschäftsreisende zumindest zwei tägliche Verbindungen brauchen.