Wien. Der Gewinn des weltgrößten Ziegelherstellers Wienerberger ist in den ersten drei Quartalen 2015 überraschenderweise gesunken - der Nettogewinn ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 31,8 Millionen auf 23,3 Millionen Euro zurück.

Belastet haben den börsenotierten Konzern laut Vorstandsvorsitzendem Heimo Scheuch weiterhin Österreich, die Schweiz und Deutschland, aber auch Frankreich und Italien, wo die Wohnbau- beziehungsweise Renovierungstätigkeit schwach ist. Bei der Wohnbautätigkeit in Europa zeigen sich große regionale Unterschiede: Großbritannien, die Niederlande, aber auch Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Polen entwickelten sich positiv.

Der Konzernumsatz stieg aufgrund höherer Durchschnittspreise sowie positiver Fremdwährungseffekte um sechs Prozent auf 2,28 Milliarden Euro. Ob das börsenotierte Unternehmen mit 15.875 Mitarbeitern heuer wie geplant im Gesamtjahr schwarze Zahlen schreibt, ist noch offen. "Ich schließe einen Nettogewinn nicht aus", formuliert es Scheuch vorsichtig. Im Vorjahr hatte der Ziegelkonzern unter dem Strich einen Verlust von 202 Millionen Euro geschrieben - verantwortlich dafür waren Abschreibungen in Höhe von 217 Millionen Euro.

Aktie auf Talfahrt


Die im Halbjahr abgegebende Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 375 Millionen Euro, rückt in die Ferne. Einerseits belasten Restrukturierungskosten, andererseits wurden erste weniger Liegenschaften in Westeuropa und Amerika verkauf als geplant.

Die Wienerberger-Aktie sackte an der Wiener Börse am Donnerstag zwischenzeitlich um mehr als acht Prozent auf 14,59 Euro ab.