Wien. (kill) Nicht nur im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft werden die Österreicher mehr im Internet einkaufen: Mit einem Umsatzplus von 11,6 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro 2014 wachsen die 250 größten Onlineshops in Österreich deutlich stärker als Läden in Einkaufsstraßen und Shoppingcenter. Der heimische Einzelhandel (inklusive Onlinehandel) hat im Vergleich im Vorjahr inflationsbereinigt weniger verkauft.

Der Onlinehandel in Österreich legt prozentuell stärker als in Deutschland und der Schweiz zu, wie EHI Retail Institute und Statista erhoben haben. Absolut gesehen ist der Onlineumsatz mit physischen Gütern (Apps und Streaming-Dienste wurden nicht berücksichtigt) jedoch in der Schweiz mit 4,9 Milliarden Euro - bei weniger Einwohnern als in Österreich - deutlich höher.

Der Internethandel wird von wenigen Generalisten dominiert, die zehn größten Händler generieren fast die Hälfte des Umsatzes. Unangefochten an der Spitze liegt der US-Handelsriese Amazon mit insgesamt rund 520 Millionen Euro Umsatz über Amazon.at und Amazon.com in Österreich, dahinter folgen Universal mit 112,4 Millionen und Zalando mit 95 Millionen Euro. Mit Universal, Otto und Quelle kommt der Unito-Konzern auf mehr als 200 Millionen Euro.

Online bestellen, selbst abholen

"In einem von großen internationalen Playern dominierten Feld versuchen sich die heimischen Händler durch sinnvolle Omni-Channel-Strategien zu behaupten", sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Jeder zweite Onlinehändler ist auch mit Ladengeschäften vertreten.

Ein Viertel der untersuchten 250 größten Webshops bietet "Click & Collect" an: Kunden können online getätigte Bestellungen im stationären Geschäft abholen. Versendet wird am häufigsten mit der Österreichischen Post.

Streiks bei Amazon angekündigt


Jeder zweite Euro, den die Österreicher in Webshops ausgeben, fließt ins Ausland. Amazon liefert seit dem Start seines österreichischen Shops im August 2000 hauptsächlich aus Deutschland.

Das dritte Jahr in Folge will heuer die Gewerkschaft Verdi im Weihnachtsgeschäft bei Amazon streiken. Damit will sie bei Amazon einen Tarifvertrag auf Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Der Konzern lehnt das ab und verweist auf eine überdurchschnittliche Bezahlung für sein Logistikpersonal.