Wien. (kle) Der Strukturwandel in der österreichischen Bankenbranche könnte bis 2020 ein Drittel der rund 75.000 Bankenjobs kosten. Ewald Nowotny, Chef der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), hält diese Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo für "sicher nicht unfundiert". Der Konsolidierungsprozess der vergangenen Jahre werde sich jedenfalls beschleunigen, erklärt Nowotny in einem Interview des Wirtschaftsmagazin "Format".

Zum mittelfristigen Ertragsziel der italienischen Großbank Unicredit, Mutter der Bank Austria, meint der Notenbanker, dieses sei "ambitioniert, aber nicht unrealistisch". Eine Rendite von elf Prozent auf das eingesetzte Kapital - "bei einem Geschäftsmodell ohne exorbitante Risiken, also wie es die Bank Austria betreibt" - sollte möglich sein.

Auch das mittelfristige Ziel der Unicredit, eine Cost-Income-Ratio von 50 Prozent zu erreichen, "geht in die richtige Richtung", sagt Nowotny. Indes will der OeNB-Chef die aktuelle Situation bei der Bank Austria - dort liegen die Kosten im Verhältnis zum Ertrag bei mehr als 80 Prozent - nicht kommentieren. Bei der Bank Austria wird derzeit geprüft, ob das defizitäre Privatkundengeschäft verkauft oder redimensioniert werden soll. Anfang Dezember soll eine Entscheidung feststehen.