Wien. (gö) Am Mittwoch trat Peter Thirring, Chef der Generali Österreich, zurück. Die Österreich-Tochter des italienischen Versicherungskonzerns zählt zu den großen Assekuranzen des Landes. Thirrings Abgangs "aus persönlichen Gründen" war eher überraschend, erst im März 2013 hatte er seinen Job angetreten.

Aus Finanzkreisen ist nun zu hören, dass der Österreich-Ableger der Generali-Versicherung massiv an Kompetenzen verlieren soll. Wie die Unicredit bei der Bank Austria werden wesentliche Unternehmensentscheidungen in die Firmenzentrale nach Triest verlagert. Das liegt sicherlich auch an den schärferen Kapitalvorschriften, die auch Versicherungen treffen. Bereits 2007 hatte die Generali Vienna das Osteuropa-Geschäft abgeben müssen. Diese Zentrale hat ihren Sitz seither zwar in Prag, wird aber von Triest aus dirigiert.

Zur Generali in Österreich gehören auch die Bawag/PSK-Versicherung, die Generali-Bank, eine Leasing- sowie Immobiliengesellschaften. Letztere sollen dem Vernehmen nach verkauft werden, um der Triester Konzernmutter (offenbar benötigtes) Kapital zufließen zu lassen, erzählen mit der Sache vertraute Personen.

Als Nachfolger von Peter Thirring wurde der von der Schweizer Generali kommende Alfred Leu bestellt.