Wien. (del) Gegenüber dem Vorjahr konnte der Mobilfunkbetreiber Drei seinen Marktanteil auf rund 28 Prozent steigern, erklärte Drei-Chef Jan Trionow am Mittwoch vor Journalisten. Beim Marktanteil eingerechnet ist auch Dreis virtueller Anbieter eety, mit dem das Unternehmen in der Discont-Sparte mitmischt. Wie viel Marktanteil allein auf eety entfällt, wollte Trionow nicht verraten.

Damit liegt der Mobilfunker einen Prozentpunkt hinter T-Mobile. Marktführer ist laut der Rundfunks- und Telekom Regulierungs GmbH weiterhin A1 mit 40,2 Prozent, was ein leichtes Minus gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Den Kundenzuwachs führt Trionow auf den Ausbau der sogenannten "Long Term Evolution"-Netze (LTE) zurück, dem Nachfolger der 3G-Netze. Das hat sich die Hutchison-Tochter auch einiges kosten lassen. In den vergangenen drei Jahren hat das Unternehmen 100 Millionen Euro für den Ausbau in die Hand genommen. "Unsere Techniker waren dafür zwei Millionen Kilometer unterwegs. Dafür waren 61.000 Seiten an Bauplänen nötig", zieht Trionow Bilanz. Der Ausbau wurde Ende August dieses Jahres abgeschlossen. Nun würden 98 Prozent der österreichischen Wohnbevölkerung mit LTE versorgt.

Bestnote bei Netztest

Heuer belegte Drei beim Netztest der deutschen Fachzeitschrift "connect" den ersten Platz. Das sei der Lohn für die LTE-Investionen, so Trionow. Der Ausbau habe 50 Prozent mehr Neuabschlüssche in den neu angeschlossenen Regionen gebracht.

Diese Netztest sind allerdings nicht unumstritten. Zeitschriften, die sie durchführten, mussten sich dem Vorwurf stellen, gute Bewertungen gegen Inserate zu tauschen. Auch von T-Mobile, das heuer von den drei heimischen Telekoms an schlechtesten abgeschnitten hat, hagelte es Kritik.

Einen Ausblick bezüglich der Umsatz- und Preisentwicklung im kommenden Jahr wollte Drei-Chef Trionow vorerst nicht geben. Klar ist jedenfalls, dass das wirtschaftliche Umfeld für alle Telekoms nicht einfacher wird. Neue, virtuelle Diskont-Anbieter wie etwa HoT von Hofer könnten den Preiskampf verschärfen. Und auch das neue Telekomgesetz, das im Jänner in Kraft tritt, könnte die Umsätze leicht drücken. So sinkt etwa die Kündigungsfrist auf einen Monat statt der in der Branche üblichen drei Monate.

Außerdem würden die Umsätze pro Kunde branchenweit leicht sinken, obwohl immer mehr Leistung angeboten werde. Auch im kommenden Jahr will Drei weiter in den Netzausbau und neuer Daten-Angebote setzen.

Breitband-Ausbau vorantreiben

Auch an der vom Verkehrsministerium (BMVIT) zugesagten Milliarde für den flächendeckenden Breitbandausbau bis 2020 möchte Drei mitschneiden. Das Geld stammt von der zwei Milliarden Euro schweren Frequenzauktion 2013. Drei will den Glasfaserausbau rund um Ballungszentrenten fördern.

Laut BMVIT soll hier Anfang 2016 eine weitere Tranche von 300 Millionen ausgeschrieben werden. Bis Monatsende erwarte man von der EU-Kommission grünes Licht. Heuer wurden im Rahmen der Leerrohrförderung schon 200 Millionen Euro zugesagt. Davon profitieren vorrangig Gemeinden. Bisher hätten sich 100 Ortschaften um eine Förderung beworben, erklärt ein Sprecher des BMVIT.