Wien. Der Chef der Zielpunkt-Konzernmutter Pfeiffer, Georg Pfeiffer, räumt in einem Interview des Nachrichtenmagazins "profil" Fehler bei der pleitegegangenen Lebensmittelkette Zielpunkt ein. "Im Rückblick war es ein unternehmerischer Fehler, überhaupt bei Zielpunkt einzusteigen. Es hätte uns klar sein müssen, dass wir dieses Projekt mit unseren Möglichkeiten als regionale Handelsgruppe nicht stemmen können", so Pfeiffer.

Gleichzeitig verteidigt der oberösterreichische Unternehmer sich und seine Handelsgruppe und kritisiert die "unternehmerfeindliche Stimmung" im Land und das mediale Kreuzfeuer, dem er ausgesetzt sei, das bis zur Rufschädigung gehe.

"Der Unternehmer ist geduldet, solange er Arbeitsplätze schafft, er sollte aber tunlichst darauf achten, kein Geld zu verdienen, weil das moralisch verwerflich ist. Er hat gefälligst zu funktionieren und keine Fehler zu machen. Und wenn einmal etwas passiert, dann ist er das große Kapitalistenschwein", betont Pfeiffer.

Hätte man Zielpunkt gehalten, wäre die gesamte Pfeiffer-Gruppe innerhalb der kommenden zwei Jahre mitgerissen worden, meint der Trauner Unternehmer. "Wir wären komplett erledigt gewesen."

Es gebe hier jedenfalls "keinen Dagobert Duck, der auf einem riesigen Geldspeicher sitzt". Zielpunkt habe die Pfeiffer-Gruppe über 50 Millionen Euro gekostet. "Wir sind auch der größte Gläubiger im Konkurs. Die Forderungen müssen wir abschreiben."

Die Kunden hätten die Bemühungen, Zielpunkt zu sanieren, nicht honoriert. "Letztlich sind es ja die Kunden, die mit ihrer Entscheidung über wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg bestimmen." Diese hätten sich aber offenbar für den Mitbewerb entschieden.

Immobiliendeal laut Pfeiffer
ein Verlustgeschäft


Zum viel diskutierten Immobiliendeal sagt Pfeiffer, dass dieser ein Verlustgeschäft sei. "Circa 30 Standorte sind so schlecht, dass wir da möglicherweise gar keine Mieter mehr finden. Durch die Insolvenz ist das gesamte Paket weniger wert."

Pfeiffer hat 68 Zielpunkt-Filialen vom früheren Eigentümer Tengelmann übernommen. Der Deal ist praktisch zeitgleich mit der Zielpunkt-Insolvenz abgeschlossen worden und hat den Vorwurf genährt, Pfeiffer investiere lieber in Immobilien statt in den Fortbestand von Zielpunkt.