Wien. Auch wenn noch nicht klar ist, wie es mit der Bank Austria weitergeht - eines hat der Chef ihrer italienischen Mutter Unicredit, Federico Ghizzoni, nun versichert: "Der Name Bank Austria hat einen ausgezeichneten Ruf, er wird nicht in Unicredit umgeändert werden." Das sagte Ghizzoni, der in früheren Jahren Vizechef und Osteuropa-Vorstand der Bank Austria war, der Tageszeitung "Der Standard".

Zum Fortschritt der Verkaufsverhandlungen des Bank-Austria-Privatkundengeschäfts an die Bawag PSK oder über andere Kaufinteressenten äußerte er sich allerdings nicht. Die Verhandlungen seien sehr komplex. Sicher sei nur, dass er "so bald wie möglich" zu einem Abschluss der Verhandlungen kommen wolle, ob es sich nun um den Verkauf oder um die Neustrukturierung der Sparte handle.

"Keine Kapitalerhöhung"


Seit der Mutterkonzern Unicredit den Sparkurs für Österreich umrissen hat, zittern mehr als 3000 Bank-Austria-Mitarbeiter um ihre Jobs. Beim defizitären Privatkundengeschäft stehen ein vollständiger Verkauf oder ein massiver Rückbau bis Ende 2016 im Raum. Vom bevorstehenden Abzug der Osteuropa-Sparte von Wien zur Unicredit-Zentrale in Mailand sind ebenfalls Beschäftigte in Wien betroffen.

Der Markt hat bisher negativ auf den vor einem Monat präsentierten, überarbeiteten Geschäftsplan für die Jahre 2014 bis 2018 reagiert. Der Börsenkurs der Unicredit gab seitdem um mehr als zehn Prozent nach. Befürchtungen der Barclays-Analysten, dass Unicredit trotz des überarbeiten Planes eine Kapitalerhöhung von bis zu sieben Milliarden Euro vornehmen müsse, wies Ghizzoni strikt zurück: "Wir haben keinerlei Kapitalerhöhung im Visier."

Die Exklusivverhandlungen mit der russischen Alfa-Gruppe über den Verkauf der Ukraine-Tochter werden fortgesetzt. Auch dort hofft Ghizzoni möglichst bald auf einen Abschluss.