Wien. (kle) Nach etlichen Monaten des Verhandelns hat die Raiffeisen Bank International (RBI) ihre defizitäre slowenische Tochterbank, die Raiffeisen Banka, nun doch noch angebracht. Am Donnerstag gab sie den Verkauf des Instituts an Biser Bidco, eine von dem US-Fonds Apollo verwaltete Gesellschaft mit Sitz in Luxemburg, bekannt. Zu welchem Preis der Verkauf erfolgt, darüber wurde Stillschweigen vereinbart. Den Abschluss des Deals, der noch der Zustimmung der Regulatoren bedarf, erwartet die RBI für die erste Hälfte 2016.

In Slowenien haben die Giebelkreuzer bisher nur einen winzigen Marktanteil von 2,6 Prozent gehalten. Die Raiffeisen Banka hat 14 Filialen, 218 Mitarbeiter und rund 58.600 Kunden. Im Vorjahr schrieb die RBI-Tochter vor Steuern einen Verlust von 21 Millionen Euro, nach den ersten drei Quartalen 2015 belief sich das Minus auf acht Millionen Euro.

Für die Konzernbilanz der RBI hat der Verkauf einen negativen Dekonsolidierungseffekt in Höhe von 49 Millionen Euro zur Folge. Dieser Betrag werde jetzt im vierten Quartal gebucht, wie es hieß, und sei Teil der für heuer angekündigten Restrukturierungskosten, die der Vorstand zuletzt mit zirka 100 Millionen Euro beziffert hatte.

Drastische Schrumpfkur


Wie berichtet, soll sich für die RBI im Gesamtjahr 2015 - anders als zunächst prognostiziert - doch ein kleiner Gewinn ausgehen, weil ein großer Teil der Gesamtkosten für die geplante Restrukturierung des Finanzkonzerns erst 2016 schlagend wird. Im Vorjahr schrieb die RBI nach hohen Abschreibungen auf Kredite und Firmenwerte in Russland, Polen, der Ukraine und Ungarn mit minus 493 Millionen Euro den ersten Verlust in ihrer Geschichte.

Um das Ruder herumzureißen, hat sich die Bank im Februar eine Schrumpfkur verordnet. Der Verkauf der Slowenien-Tochter ist Teil dieser Restrukturierung. Daneben wird auch das Geschäft in Russland und der Ukraine zurückgefahren. Ebenfalls auf der Agenda stehen der Verkauf der Banktochter in Polen sowie Redimensionierungen des Geschäfts in den USA und Asien. Der Filialabbau in Ungarn ist bereits abgeschlossen.

Alle diese Maßnahmen haben zum Ziel, Risiken aus dem Geschäft herauszunehmen und die Profitabilität zu verbessern. Damit will die RBI die harte Kernkapitalquote bis Ende 2017 auf zwölf Prozent heben.