Wien/Linz. (apa/kle) Zweimal hat die börsennotierte Oberbank im abgelaufenen Jahr ihre Kapitaldecke aufgepolstert - zunächst im April und dann im September. In Summe brachten ihr die beiden Kapitalerhöhungen 165 Millionen Euro an frischem Geld. Der Börsenwert der Regionalbank ist damit auf 1,65 Milliarden Euro gestiegen. Die Oberbank sei nun unter den 20 wertvollsten Unternehmen der Wiener Börse, sagte Vorstandschef Franz Gasselsberger am Dienstag. Noch vor zehn Jahren brachte das Linzer Institut beim Börsenwert nur halb so viel wie jetzt auf die Waage.

Heuer werden es 30 Jahre, dass die Oberbank an der Wiener Börse notiert. Laut Gasselsberger hat das Institut 2015 - gerade in einem Jahr, in dem mit Traditionsfirmen wie Bene, Miba, Head oder ATB wieder einige Titel vom Kurszettel verschwunden sind - rund 3000 neue Aktionäre dazubekommen. Die Bank Austria als größte Oberbank-Einzelaktionärin hat im Vorjahr bei den Aktienemissionen nämlich erstmals nicht mitgezogen, und damit ist der Anteil der Streubesitzaktionäre am Gesamtkapital von 26,8 auf 32,3 Prozent gestiegen.

"Belastungs-Tsunami"


Für Gasselsberger zählt, dass seine Bank mit der höheren Eigenkapitalausstattung weiterhin uneingeschränkt Kredite vergeben und den Ausbau der Filialen aus eigener Kraft fortsetzen könne. Auch für die immer schärferen Kapitalvorgaben - Gasselsberger spricht von einem "Belastungs-Tsunami" - sehe sich die Oberbank entsprechend gerüstet. Frisches Kapital und einbehaltene Gewinne hätten das Eigenkapital im vergangenen Jahr in Summe um 380 Millionen Euro erhöht.

Am Dienstag hat die Oberbank vorläufige Ergebnisse für 2015 genannt. Dank deutlich geringerer Vorsorgen für faule Kredite stieg ihr Nettogewinn gegenüber dem Jahr davor um 17 Prozent auf 160 Millionen Euro. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 2,9 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro. Nach einem Kreditwachstum von fünf Prozent im Vorjahr hat die Oberbank auch für heuer ein deutliches Plus bei Finanzierungen im Visier.

Weitere Filialen geplant


Bis zum Jahresende will Gasselsberger das Filialnetz um 8 auf 165 Standorte weiter ausbauen. Neue Filialen sollen in Wien dazukommen, aber auch in Ungarn und Deutschland. Filialschließungspläne der Mitbewerber kommentiert Gasselsberger damit, dass man Banken nicht nur über Filial- und Personalabbau saniere. Von Umstrukturierungen und Strukturanpassungen bei anderen heimischen Banken will die Oberbank jedenfalls zu profitieren.

Insgesamt ist Gasselsberger für das geschäftliche Umfeld im heurigen Jahr verhalten optimistisch. Zum erwarteten Oberbank-Ergebnis sagte er vor Journalisten, man wäre zufrieden, wenn man annähernd an jenes vom vergangenen Jahr anschließen könne.