Mailand. Die Bankenaktien an der Mailänder Börse befanden sich am Montag beinahe im freien Fall. Einige Bankenaktien mussten wegen der starken Kurseinbrüche sogar eine Zeit lang vom Handel ausgesetzt werden. Die neuerlichen Tumulte rund um den Chef-Wechsel in der Unicredit-Tochter Bank Austria machten sich auch an der Börse bemerkbar. Die Aktie verzeichnete ein Minus von 5,4 Prozent und fiel auf 4,16 Euro. Den stärksten Kurseinbruch musste die Aktie der toskanischen Bank Monte Paschi Siena hinnehmen. Deren Kurs brach um fast 15 Prozent auf ein Rekordtief von 0,76 Euro je Aktie ein. Rückgänge verzeichneten auch Intesa Sanpaolo BPER, Banco Popolare und Ubi Banca.

Keine weiteren Verkäufe


Indes hat der Unicredit-Vorstand in Italien am Montag bestätigt, keine weiteren Asset-Verkäufe zu planen. Dies berichtete Unicredits CEO Federico Ghizzoni nach Angaben italienischer Medien. Die Bank-Austria-Mutter hatte ja vergangene Woche ein verbindliches Abkommen mit der ABH Holdings der Alfa Group für den Verkauf der ukrainischen Tochter Ukrsotsbank erreicht.

"Wir warten auf das grüne Licht der ukrainischen Behörden für den Verkauf von Ukrsotsbank. Wir planen keine weiteren Verkäufe", sagte Ghizzoni nach Angaben der Nachrichtenagentur "Sole 24 Ore Radiocor" am Montag. Laut dem Abkommen wird die Unicredit Group für den Verkauf der Ukrsotsbank neuemittierte Aktien der ABH im Wert von 9,9 Prozent des Kapitals erhalten. UniCredit wird einen Vertreter im Board der Alfa Group ernennen können.

Ghizzoni erklärte sich mit den Ergebnissen 2015 zufrieden. "Vor allem im Corporate-Bereich ist es in der zweiten Jahreshälfte zu einem Wachstum gekommen. Trotz einer starken Volatilität gibt es Wachstum in der realen Wirtschaft", betonte der Unicredit-CEO. Er bekräftigte erneut, dass Unicredit keine Pläne für eine Kapitalerhöhung habe.

Statt einer Kapitalerhöhung hat sich die Unicredit-Gruppe, Nummer 12 der Größe nach in Europa, einen Sparkurs verordnet. 12.000 Jobs werden in der gesamten Gruppe eingespart. Allein in Österreich könnten um die 1000 Arbeitsplätze gestrichen werden. In Osteuropa sollen es 6000 sein. Mit dem radikalen Sparkurs will die Unicredit bis zum Jahr 2018 ihre Kosten um rund 1,6 Milliarden Euro senken.