Wien. (kle) Der teilstaatliche Wiener Öl- und Gaskonzern OMV bekommt einen neuen Finanzvorstand. Monatelang hat Österreichs größtes Unternehmen nach einem Nachfolger für David Davies (60) gesucht. Nun steht fest, wer den britischen Manager beerbt. Wie die OMV am Dienstagnachmittag im Anschluss an eine Sondersitzung des Aufsichtsrats mitteilte, wird Reinhard Florey (50) die Finanzagenden im Vorstand übernehmen.

Spätestens mit 1. August werde Florey seinen neuen Job in Wien antreten, hieß es weiter. Abhängig sei das von seiner Verfügbarkeit. Seit 2013 ist der gebürtige Grazer Finanzvorstand des finnischen Edelstahlerzeugers Outokumpu und wegen dieser Funktion nicht sofort verfügbar. Bestellt hat der OMV-Aufsichtsrat Florey, der früher auch für die US-Beraterfirma McKinsey und den deutschen Stahlriesen ThyssenKrupp tätig war, für drei Jahre - mit einer Verlängerungsoption um weitere zwei Jahre.

Davies soll künftig als
Berater zur Verfügung stehen


Sobald Florey in der Vorstandsetage der börsenotierten OMV eingezogen ist, wird Davies einen Monat später aus dem Führungsteam ausscheiden. Davies ist seit 1. April 2002 Finanzvorstand, sein Vorstandsvertrag wäre noch bis März 2017 gelaufen. Eine Abfertigung soll der Brite nach Informationen der Austria Presse Agentur nicht bekommen. Stattdessen soll Davies der OMV künftig als Berater zur Verfügung stehen.

Mit Blick auf Florey sprach OMV-Aufsichtsratschef Peter Oswald von einem "herausragenden Spezialisten mit internationalem Format". In einer Aussendung betonte er zudem: "Angesichts des aktuell extrem herausfordernden Umfelds (Ölpreisverfall, Anm.) war eine rasche Klärung der langfristigen Besetzung des gesamten Vorstands unser vorrangiges Ziel. Dieser ist nun mit vier Mitgliedern komplett und kann sich den langfristigen Herausforderungen der OMV widmen." Neben dem zukünftigen Mitglied Florey gehören dem Konzernvorstand Rainer Seele (Vorsitzender), Ex-Chef des deutschen Öl- und Gasproduzenten Wintershall, Johann Pleininger (Exploration & Produktion) und Manfred Leitner (Refining & Marketing, Gas & Power) an.

OMV verpasst sich
neue Konzernstrategie


Im Februar präsentiert die OMV ihre neue Konzernstrategie. Als einer der Kernpunkte gilt das Zusammenrücken mit dem russischen Gasriesen Gazprom über einen Asset-Tausch und eine Teilnahme am Ausbau der russischen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream. Auf politischer Seite in Österreich sind diese Pläne umstritten, befürchtet wird ein "schleichender Ausverkauf" der OMV.