Das Logo am Gebäude der ehemaligen Hypo-Zentrale in Klagenfurt ist bereits abmontiert. Nun soll die Immobilie verkauft werden. - © apa/Michael Walcher
Das Logo am Gebäude der ehemaligen Hypo-Zentrale in Klagenfurt ist bereits abmontiert. Nun soll die Immobilie verkauft werden. - © apa/Michael Walcher

Klagenfurt/Wien. Kärnten bleibt dabei: Das Angebot an die Gläubiger der Hypo-Nachfolgerin Heta, ihnen ihre landesgarantierten Anleihen mit einem Abschlag von 25 Prozent abzukaufen, wird nicht nachverhandelt. Dies hat Finanzlandesrätin Gabriele Schaunig am Freitag bekräftigt. Tags zuvor hatte eine große Gruppe von Gläubigern, die Anleihen im Nennwert von mehr als fünf Milliarden Euro hält, das Offert mit Hinweis auf die bestehenden Haftungen Kärntens als unzureichend abgelehnt und Gespräche mit Bund und Land gefordert.

Das Nein zu Nachverhandlungen sei jedenfalls keine taktische Aussage, sagte Schaunig der Austria Presse Agentur. "Wir haben getan, was wir konnten, und sind an die äußerste Grenze gegangen. Der Ball liegt jetzt bei den Gläubigern." Bis 11. März haben die Gläubiger Zeit, sich zu entscheiden. Bei rationaler Betrachtung stünden die Chancen auf die Zwei-Drittel-Mehrheit, die für die Annahme Angebots gesetzlich nötig ist, gut, meinte Schaunig. Ihren Optimismus begründete die SPÖ-Politikerin mit den Worten: "Jede Alternative trägt höhere finanzielle und juristische Risiken (für die Heta-Gläubiger, Anm.)."

Taktische Finessen?


Auch Nationalbank-Chef Ewald Nowotny argumentierte am Freitag ähnlich. Es gehe jetzt um einen Prozess mit vielen taktischen Finessen, sagte der Notenbanker im Klub der Wirtschaftspublizisten. Es hätten auch nicht alle nein gesagt, sondern nur einzelne Gruppen. Er als Ökonom halte das Angebot für fair, so Nowotny. Und er könne sich nur dem Finanzminister anschließen, der erklärt habe, ein rationaler Investor sei sicher gut beraten, das Ablöseangebot - Kärnten will seine existenzbedrohenden Haftungen wegbringen - anzunehmen.

Den Vorwurf der großen Gläubigergruppe, Kärnten habe sich arm gerechnet und könne das Geld für die volle Befriedigung der Haftungsgläubiger problemlos aufbringen, wies Schaunig zurück. "Angesichts des Ratings des Landes und des Schuldenstandes ist das völlig unrealistisch. Schon das Aufbringen der 1,2 Milliarden war nur mit Unterstützung des Bundes möglich." Die Schuldentragfähigkeit des Landes sei von der Investmentbank Lazard analysiert worden, wobei man das Land mit anderen Ländern und Regionen verglichen habe, so Schaunig. Auch Rolf Holub von den Kärntner Grünen glaubt nicht, dass es in Kärnten mehr zu holen gäbe. "Wenn andere glauben, wir haben mehr, können sie gerne vorbeikommen und nachschauen", sagte er zur "Wiener Zeitung".