Wien. (apa/kle) Die Allianz in Österreich hat 2015 bei stabilen Prämieneinnahmen den Gewinn gesteigert. Wie die Versicherung am Dienstag mitteilte, seien Zuwächse vor allem in der Unfall- und Krankenversicherung verzeichnet worden. Für 2016 wird mit einem weitgehend stabilen Geschäftsverlauf gerechnet.

Zum aktuellen Niedrigzinsumfeld wies Allianz-Österreich-Chef Wolfram Littich in der Bilanzpressekonferenz auf die Wichtigkeit der gleichlangen Fristen von Vertrag und Veranlagung hin. Wenn man für den gleichen Zeitraum eine Anleihe gekauft habe, sei der Kunde ausfinanziert, wie dies bei der Allianz der Fall sei, so Littich. Im Durchschnitt liege der Garantiezins bei 2,74 Prozent, der Veranlagungsertrag bei 3,3 Prozent. Die Allianz könne ihren Verpflichtungen also leicht nachkommen, sagte Littich. Die Gesamtverzinsung in der Lebensversicherung besteht aus dem Garantiezins und der Gewinnbeteiligung.

Mitarbeiter gesucht


In der Lebensversicherung bietet die Allianz seit Anfang 2015 zusätzlich ein Produkt mit einem Garantiezins von null Prozent und einer Gewinnbeteiligung von 3,3 Prozent an. Die Allianz habe damit die höchste gesamte Gewinnbeteiligung unter den Mitbewerbern, so Littich. In der konventionellen Lebensversicherung sei die Gesamtverzinsung bei 3 Prozent.

2015 hat die Allianz Österreich ihren Jahresgewinn um 16,6 Prozent auf 93,3 Millionen Euro gesteigert. Die Prämieneinnahmen blieben mit 1,38 Milliarden Euro de facto stabil. Die Versicherungsleistungen stiegen um 2,2 Prozent auf 988,9 Millionen Euro.

Bei der Beschäftigtenzahl hat die Allianz zugelegt. Mitarbeiter würden gesucht, so Littich. In Österreich werde etwa die IT für den Gesamtkonzern weltweit programmiert. Beschäftigt werden hierzulande 400 bis 450 Programmierer. 2015 waren in der Allianz Österreich knapp 3800 Mitarbeiter beschäftigt, um gut 100 mehr als im Jahr davor.

Bei den Kunden will die Allianz in Zukunft mit "Einfachheit" punkten, etwa in der Schadensabwicklung. Hier ist sie seit Anfang März in einer Testphase mit einer "Allianz Schaden Express App". Dabei könne man mit dem Smartphone Schäden am Auto in einem computeranimierten 3D-Modell dokumentieren. Der Kunde soll - innerhalb einer Stunde - ein Ablöseangebot oder eine Reparaturfreigabe erhalten, vorbehaltlich einer positiven Deckungs- und Haftungsprüfung.

Kärntens Abschlagsangebot für vorrangige Heta-Anleihen hat die Allianz Österreich nicht angenommen. Die Gerichte seien nun am Zug. Gehalten werden Heta-Bonds im Nominale von 60 Millionen Euro, sie wurden bisher um rund 40 Prozent abgeschrieben.