Kaindorf bei Hartberg. Der im Zuge der Zielpunkt-Pleite in die Insolvenz gerissene oststeirische Fleisch- und Wurstproduzent aus Kaindorf bei Hartberg scheint gerettet: Mit der raschen Einigung bei der Holding kann auch der im Februar angenommene Sanierungsplan bei der Tochter voll anlaufen: Der Sanierungsplan wurde am Dienstag gerichtlich bestätigt, die erste Teilquote von 10 Prozent ist ausfinanziert.

Das Insolvenzverfahren der Schirnhofer Familienunternehmen Holding ist nämlich aufgehoben worden, die Holding gilt als saniert: Die Gläubiger haben einen Vergleich mit dem Mutterunternehmen des Fleisch- und Wurstwarenfabrikanten Schirnhofer GmbH erzielt. Einige kleinere Gläubiger wurden "wegbezahlt". Der Überschuss ging an die insolvente Tochter, deren Sanierungsplan nun anlaufen kann, hieß es am Donnerstag seitens der Kreditschützer.

Die Holding mit Geschäftsführer Karl Schirnhofer war im Dezember des Vorjahres zehn Tage nach der Insolvenz der Schirnhofer GmbH - bei der die Holding zu 75 Prozent beteiligt ist - in die Pleite geschlittert. Einer der prominentesten Großgläubiger der Holding war die Wien Holding. Es ging um mehrere Millionen Euro und Verkaufserlöse auf Treuhandkonten. In den vergangenen Tagen hat sich der Masseverwalter der Schirnhofer Holding aber mit den Gläubigern geeinigt. Die Aufhebung des Verfahrens ist bereits durch. Die Details des Vergleichs sind aber nicht bekannt.

Klar ist, dass der Überschuss der Holding nun in die Masse der Schirnhofer GmbH fließt. Die Einstellung des Verfahrens nach Paragraf 123b der Insolvenzverordnung kommt laut den Kreditschützern eher selten vor, ist aber wesentlich schneller als ein Sanierungsverfahren. Voraussetzung ist das Einverständnis aller Gläubiger. Im Fall der Schirnhofer Familienunternehmen Holding gab es nur wenige, die Forderungen stellten.