Wien. (kle) Vor rund drei Jahren fusionierte der Wiener Impfstoffentwickler Intercell mit der französischen Vivalis. Die daraus hervorgegangene Biotech-Firma heißt jetzt Valneva, notiert in Wien und Paris an der Börse und gilt als rasch wachsend. 2015 machte das Unternehmen einen weiteren großen Umsatzsprung: Mit 83,3 Millionen Euro erlöste es fast doppelt so viel wie im Jahr davor.

Weiteres Wachstum will Valneva auch künftig generieren. Geht es nach dem Firmenchef Thomas Lingelbach, soll der Umsatz heuer auf rund 100 Millionen Euro klettern. Bis 2020 sind dann 250 Millionen Euro im Visier. "Wir wollen ein voll integriertes Impfstoffunternehmen werden - von der Forschung und Entwicklung bis zum Verkauf", erklärt Lingelbach.

Da die Umsätze noch nicht ausreichen, um die Kosten zu decken (vor allem in F&E), schrieb Valneva auch 2015 rote Zahlen. Unter dem Strich fiel aber ein geringerer Verlust von 20,6 (nach 26,3) Millionen Euro an.

Künftig will Valneva wie bisher 20 bis 25 Prozent des Umsatzes in Forschung & Entwicklung investieren. Für 2016 wird ein leicht negatives bis leicht positives operatives Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) erwartet. Danach will das Pharma-Unternehmen anhaltend in die Gewinnzone gelangen.

Impfstoff gegen Borreliose


Ein wichtiger Umsatzträger ist für die Firma ihr Japan-Enzephalitis-Impfstoff "Ixiaro". Im Vorjahr bescherte das Vorzeigeprodukt 30,6 Millionen Euro Umsatz.

In der klinischen Entwicklung am weitesten fortgeschritten sieht Valneva die Arbeiten für einen prophylaktischen, gegen das Bakterium "Pseudomonas aeruginosa" gerichteten Impfstoff für Patienten auf Intensivstationen. Derzeit läuft eine Wirksamkeitsstudie. Gut im Rennen sieht sich Valneva auch bei der Entwicklung eines effektiven Impfstoffs gegen die gefürchteten "Clostridium difficile"-Infektionen vor allem bei betagten Spitalspatienten.

Ihre erste Prüfung auf Verträglichkeit des derzeit einzigen Lyme-Borreliose-Impfstoffs, der sich weltweit in Entwicklung befindet, will die Firma heuer starten. Lingelbach: "Da sind wir ganz allein tätig." Geprüft wird u. a. auch die Machbarkeit eines neuen Gelbfieber-Impfstoffs.