Wien. (apa/kle) Seit dem Wochenende scheinen nach einem Datenleck bei einer panamesischen Anwaltsfirma ("Panama-Papiere") etliche internationale Banken zu Offshore-Konten und Briefkästen in Steueroasen auf. Kein Banker kann sich derzeit Fragen danach erwehren. "Nein, wir haben das nicht", betonte am Dienstag Oberbank-Chef Franz Gasselsberger. Das sei auch in den Richtlinien der Bank klar untersagt. Gasselsberger: "Das wäre ein aufgelegter Elfmeter ohne Tormann. Das ist bei den Geldwäscheprüfungen die erste Frage der Finanzmarktaufsicht." Das müsse jeder wissen, seit Jahren.

Anfragen von Kunden gebe es immer wieder. "Das kommt vor, wird aber abgelehnt", so Gasselsberger in der Bilanzpressekonferenz seines Hauses. Für Steuervermeidung, Steuerhinterziehung und Geldwäsche würden die Spielräume ohnehin immer enger. Jeder, der das jetzt praktiziere und meine, er könne Steuerbehörden austricksen, ist in Gasselsbergers Augen "ganz einfach dumm".

Weitere Filialen geplant


Für die Oberbank war 2015 ihrem Chef zufolge ein "Ausnahmejahr". Bei einem Bilanzsummenzuwachs von 2,6 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro steigerte das Linzer Institut seinen Gewinn um zweistellige Raten. Netto verdiente es mit 166,4 Millionen Euro - vor allem dank deutlich niedrigerer Kreditrisikovorsorgen - gut ein Fünftel mehr als im Jahr davor. Dennoch bleibt die Dividende mit 55 Cent je Aktie unverändert.

Per Ende 2015 hatte die regional tätige Bank 156 Filialen. Auch heuer sollen neue Standorte dazukommen - zwei etwa in Ungarn. Der wichtigste Auslandsmarkt ist Deutschland, dort macht die Oberbank bereits 14 Prozent ihres Geschäfts.