Wien. (apa/hdt) Der börsennotierte österreichische Baukonzern Porr sieht sich auch für 2016 auf gutem Wachstumskurs. Den Rekord-Auftragsstand von 4,6 Milliarden Euro Ende 2015 hat man heuer schon auf 5,4 Milliarden Euro ausgebaut. Man wolle aber "intelligent wachsen", also mit striktem Kostenmanagement, so Konzernchef Karl-Heinz Strauss am Donnerstag bei der Bilanzpräsentation in Wien.

Nach dem vorjährigen Umsatzplus von 4,3 Prozent auf 3,14 Milliarden Euro und vor allem der kräftigen Konzerngewinn-Steigerung um rund ein Viertel auf 61 Millionen Euro geht Strauss für 2016 von einer "weiteren Leistungs- und Ergebnissteigerung" aus. Eine genaue Prognose sei wegen der "hohen Dynamik der Baumärkte" aber nicht seriös: Denn im Gegensatz zu den Märkten in Zentral- und Nordeuropa wachse der Markt weltweit nicht, auch Süd- und Südosteuropa schrumpften zuletzt.

Auch heuer würden 85 Prozent der Bauleistung auf die "sicheren" deutschsprachigen Märkte sowie Tschechien und Polen entfallen.

In Polen hat Porr 2015 auch einen der größten Aufträge an Land gezogen, die Expresstrasse S17. Heuer, nach der Bilfinger-Übernahme, laufe der Wachstumsmarkt Polen erst so richtig an.

In Deutschland, dem für Porr zweitwichtigsten Markt mit zuletzt 700 Millionen Euro Konzernumsatz wolle man in Richtung der Milliarde gehen; im Hochbau sei man dort für 2016 und wahrscheinlich auch 2017 voll ausgelastet, so Strauss. Skandinavien mit Norwegen/Schweden - wo man ebenfalls die Bilfinger-Aktivitäten übernommen hat - rückt stärker in den Fokus; in Großbritannien erwartet man "in den nächsten Wochen" den ersten Großauftrag, einen Tunnelbau nahe London. Dafür hat man sich 2015 aus Serbien zurückgezogen, und auch Kroatien ist nicht mehr auf der "Landkarte".

Fast die Hälfte des Geschäfts macht Porr im Ausland


Porr macht bereits fast 47 Prozent seines Geschäfts im Ausland und beschäftigte im Vorjahr im Schnitt 13.878 Mitarbeiter (plus acht Prozent), aktuell liege man schon bei 15.000, so Strauss. Zur besseren Marktbearbeitung hat Porr den Konzern vor einigen Wochen umgebaut. Es gibt vier neue Business Units - Österreich/Schweiz/Tschechien, Deutschland, Internationales sowie Umwelttechnik/Healthcare.

Die Aktionäre der Porr sollen, wie bereits vorige Woche angekündigt, eine höhere Dividende bekommen. Konkret sollen 1 Euro je Aktie sowie 50 Cent Sonderdividende aufgrund des erfolgreichen Abschlusses der Spaltung und Ausgliederung des Immobilienbereichs gezahlt werden. Wahlweise soll es die Gesamtdividende entweder nur in bar oder teils teils geben, wobei voraussichtlich zu jeweils rund 50 Porr-Aktien eine weitere hinzukommen dürfte. Grundsätzlich wolle man ein stabiler Dividendenzahler werden, mit einem Pay-out-Range-Ziel von 30 bis 50 Prozent.

Die Finanzkennziffern hat Porr 2015 insgesamt verbessert. Die Net-Cash-Position sei von 65 auf 187 Millionen Euro angewachsen, so CFO Christian Maier. Das Eigenkapital wuchs um 7,0 Prozent auf 412,1 Millionen Euro.