Wien/Klagenfurt. (kle/apa) Nach dem im März gescheiterten Vergleichsangebot Kärntens an die Heta-Gläubiger scheint nun doch eine außergerichtliche Einigung in greifbare Nähe gerückt zu sein. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters und der "Kronen Zeitung" soll eine Grundsatzvereinbarung bereits unter Dach und Fach sein.

Offiziell bestätigen wollte das am Donnerstag beim Land Kärnten niemand. In Klagenfurt hieß es nur: "Kein Kommentar." Bei der Heta (vormals Hypo Alpe Adria) sagte ein Sprecher zur "Wiener Zeitung", man sei in die Gespräche mit den Gläubigern nicht eingebunden und könne daher nichts dazu sagen.

Bürge für 11,1 Milliarden Euro

Gerüchtehalber ist für die Anleihegläubiger der Heta, die fast ausschließlich aus der in- und ausländischen Finanzbranche stammen, nun von einer Quote von 92 Prozent die Rede. Dies wäre deutlich mehr als beim ursprünglichen Offert, das auf 75 Prozent plus Aufbesserung durch eine Umschuldung in Nullkupon-Anleihen des Bundes gelautet hatte.

Wie berichtet, hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) als zuständige Abwicklungsbehörde im April bei der Heta das Ausmaß des im Vorjahr beim Moratorium angekündigten Schuldenschnitts festgesetzt. Verfügt wurde ein "Haircut", der den Inhabern vorrangiger Heta-Anleihen einen Verlust von 54 Prozent gebracht hat.

Nach Angaben der FMA wies die Heta im April noch Schulden von 11,1 Milliarden Euro aus, für die das Land Kärnten haftet. Davon sind rund 900 Millionen Euro nachrangig, sie wurden zur Gänze geschnitten, während 10,2 Milliarden Euro vorrangige Forderungen sind und zu 54 Prozent geschnitten wurden. Das Volumen des Schuldenschnitts beträgt somit 6,4 Milliarden Euro. Für diesen Betrag müsste nun das Land Kärnten als Haftungsgeber aufkommen. Erste Klagen der Heta-Gläubiger sind bereits eingelangt.

"Neuner vorne"

Ob es sich wirklich um eine Quote von mehr als 90 Prozent handelt, blieb am Donnerstag vorerst offen. Faktum ist, dass es nach dem von der FMA verfügten Schuldenschnitt vonseiten der Heta-Gläubiger geheißen hatte, bei einem Vergleich wolle man jedenfalls einen "Neuner vorne" sehen, sonst sei keine Einigung möglich. Kommt es zu keinem außergerichtlichen Vergleich, drohen jahrelange, teure Rechtsstreitigkeiten mit ungewissem Ausgang.