Wien. (kle) Die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) steht vor einem Vorstandswechsel: Per Ende Juli scheidet Rudolf Scholten (60), einst SPÖ-Unterrichts- und -Wissenschaftsminister, aus der Chefetage aus. Am Donnerstag hat der Aufsichtsrat der Bank die Nachfolge geregelt. Für Scholten kommt demnach mit 1. August der frühere Bank-Austria-Vorstand Helmut Bernkopf (49), wie OeKB-Co-Chefin Angelika Sommer-Hemetsberger am Freitag im Klub der Wirtschaftspublizisten offiziell mitteilte. Bernkopf gilt als Spezialist für das Firmenkundengeschäft.

Von der umgebildeten Bundesregierung wünscht sich Sommer-Hemetsberger, dass mehr getan wird, um den heimischen Kapitalmarkt zu stärken. "Börse ist nicht pfui." Die Börse, so die Bankerin, sei genauso eine Finanzierungsmöglichkeit wie Bankkredite. Vor allem kleinen und mittleren Firmen sollte der Zugang zum Kapitalmarkt erleichtert werden. Hier sei die Regulierung jedenfalls zu hoch. "Wir schütten da das Kind mit dem Bade aus", meinte Sommer-Hemetsberger.

Die Kontrollbank, die vor allem auf die Absicherung von Exportgeschäften spezialisiert ist, aber auch den österreichischen Kapitalmarkt serviciert, feiert heuer ihr 70-Jahr-Jubiläum. 2015 schrieb sie einen Netto-Gewinn von 48 Millionen Euro. Auf ihr Geschäft durchgeschlagen haben zuletzt die Russland-Sanktionen.