• vom 08.06.2016, 18:57 Uhr

Österreich

Update: 10.06.2016, 20:46 Uhr

Wirtschaftsförderung

B&C-Stiftung fördert nun auch Start-up-Firmen




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  • Für jedes Investment sollen zwischen 300.000 und 3 Millionen Euro flüssiggemacht werden.

Am Anfang gibt es bei einem Start-up oftmals leere Büroräume, aber kaum Geldmittel, um eine unternehmerische Idee umzusetzen. - © Bloomberg/Krisztian Bocsi

Am Anfang gibt es bei einem Start-up oftmals leere Büroräume, aber kaum Geldmittel, um eine unternehmerische Idee umzusetzen. © Bloomberg/Krisztian Bocsi

Wien. (kle) Über eine Holding kontrolliert die einst der Bank Austria nahestehende B&C Privatstiftung börsennotierte österreichische Industriefirmen wie Amag, Lenzing und Semperit. Neben der Staatsholding Öbib (vormals ÖIAG) und der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien ist die B&C - der Name gilt als Fantasiekürzel - eine der größten heimischen Beteiligungsgesellschaften. Was die Beteiligung an Firmen betrifft, will sie ihren Aktionsradius nun vergrößern. Geplant ist, als Investor in der österreichischen Start-up-Szene mitzumischen.

Ihren ersten Schritt in die Szene hat die B&C-Gruppe bereits gesetzt: Im Zuge einer Kapitalerhöhung erwarb sie einen Anteil von rund 18 Prozent an der in Wien ansässigen Flightkeys GmbH. Die im Vorjahr von Luftfahrtexperten gegründete Firma entwickelt eine Planungssoftware für Fluglinien, durch die signifikante Kosteneinsparungen im Flugbetrieb (etwa bei den Spritkosten und Überflugsgebühren, aber auch im Fall von Verspätungen) erzielt werden können. Als Co-Investor ist bei Flightkeys Hannes Bardach, Gründer und Eigentümer der auf die Luftfahrtsparte spezialisierten Firma Frequentis, an Bord. Zusammen mit ihm und einem anderen Co-Investor hat die B&C nach eigenen Angaben eine niedrige Millionen-Summe investiert.

Erste Umsätze sind bei Flightkeys für 2017 geplant, der Vollbetrieb soll dann im Folgejahr starten. Im Jahr 2019 oder 2020 will die Firma die Gewinnschwelle erreichen. Die Finanzierung des Start-ups werde bis 2018 rund 3,5 bis 4 Millionen Euro kosten, hieß es am Mittwoch in einer Pressekonferenz der B&C. Der Mitbegründer und Geschäftsführer von Flightkeys, Raimund Zopp, einst Co-Pilot bei der AUA, sieht "großes Potenzial" für sein Start-up, zumal viele Airlines derzeit noch ältere Flugplanungssoftware verwenden würden. Im Zusammenhang mit der Software von Flightkeys sprach Zopp von einem Kosteneinsparungspotenzial für Airlines von ein bis zwei Prozent der Flugkosten.

Pro Jahr Einstieg bei bis zu fünf Start-ups geplant

Künftig will die B&C-Gruppe pro Jahr bei bis zu fünf Start-up-Firmen einsteigen. Die, so hieß es, müssten das Potenzial haben, sich für die heimische Industrie zu einem wichtigen Innovationspartner und Zulieferer zu entwickeln. Pro Start-up-Investment sind 300.000 bis 3 Millionen Euro vorgesehen - wobei auch mehrere Finanzierungsrunden möglich sind. Betreut werden die Start-up-Aktivitäten der B&C-Gruppe von einer eigenen Gesellschaft, der B&C Innovation Investments GmbH. Den dortigen Posten des Geschäftsführers hat Thomas Zimpfer übernommen.

Für den 33-jährigen Manager geht es um die Vernetzung österreichischer Jungunternehmen mit "starker Technologiebasis" mit bereits etablierten Firmen. Trotz B&C-Einstiegs sollen die Unternehmensgründer in ihrer Firma Mehrheitseigentümer bleiben, erklärte Zimpfer, der für die B&C-Gruppe seit 2011 tätig ist, in der Pressekonferenz. Ein rascher Verkauf der Unternehmensanteile im Erfolgsfall stehe nicht im Vordergrund. "Wir haben keinen Exit-Zwang im Gegensatz zu anderen Marktteilnehmern", betonte Zimpfer im Gespräch mit Journalisten.

Stiftungschef: "Logische Weiterentwicklung" der B&C

Auch in der Start-up-Szene aktiv zu sein, ist für den Vorstandsvorsitzenden der B&C Privatstiftung, Ex-Bank-Austria-Chef Erich Hampel, "eine logische Weiterentwicklung" der B&C. In Österreich sei es gerade für Start-ups oft schwer, von Investoren mehr als 800.000 Euro an Finanzierung zu erhalten. Seit Anfang 2016 hat die B&C 30 Start-ups mit Hilfe externer Technologieexperten durchleuchtet. In den kommenden Monaten sollen weitere Investments folgen. Bei Jungfirmen mit Bankenfokus, sogenannten Fintechs, will sich die B&C aber nicht engagieren.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-06-08 16:47:04
Letzte Änderung am 2016-06-10 20:46:00


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