Wien. Die Vermessung der eigenen Körperfunktionen per App, Fitness-Armband oder Computer-Uhr ist mittlerweile ein Volkssport. Die Bandbreite der webbasierten Gesundheits- und Fitnesstools reicht vom Pulsmesser im Büstenhalter bis zur intelligenten Zahnbürste, mit der man Zahnputz-Aktivitäten optimieren kann. Nun gewinnt die sogenannte Quantified-Self-Bewegung auch in der betrieblichen Gesundheitsvorsorge zunehmend an Bedeutung.

In den USA erfreuen sich Workplace-Wellness-Programme schon jetzt großer Beliebtheit. Ziel ist es, die Mitarbeiter zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren. Die Teilnehmer werden immer häufiger mit sogenannten Wearables, das sind tragbare Sensoren zum Beispiel in Armbändern oder in der Kleidung, ausgestattet. Mit ihnen können Bewegungsdaten wie Schritte samt Kalorienverbrauch oder gesundheitsrelevante Daten wie die Schlafdauer gemessen werden. Jene, die ihr Fitnessziel erreichen, erhalten vom Arbeitgeber Prämien. Dieser spart sich wiederum Krankenversicherungsbeiträge und freut sich über produktivere, weil gesunde Mitarbeiter.

Gesundheitsförderung
durch Digitalisierung


Dass der Trend auch in Europa angekommen ist, belegt der Programm-Schwerpunkt der diesjährigen Corporate Health Convention, die Anfang Mai in Stuttgart stattgefunden hat. Die größte deutsche Plattform zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz ging dabei der Frage nach, wie man die Mitarbeitergesundheit angesichts zunehmender Digitalisierung fördern und erhalten kann. Die Antwort: "Die Digitalisierung ist nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung", erklären die Messe-Initiatoren. "Zum einen verändert sie Arbeitsformen und Belastungen, zum anderen führt sie zu smarten Produkten und clever kombinierten Dienstleistungen, die Gesundheitsförderung effektiver und attraktiver machen." Als Vorteil der Online-Fitnessprogramme gilt, neben der permanenten Verfügbarkeit via Smartphone und Apps, vor allem die individuelle Motivation der Mitarbeiter.

Messbare Ergebnisse zur Erfolgskontrolle


"Betriebliches Gesundheitsmanagement kommt bei vielen Arbeitnehmern nicht an oder wird als statisch und zu wenig passend für individuelle Erfordernisse oder Interessen empfunden", weiß Stefan Richard, Leiter der Abteilung Sales & Marketing beim Start-up "Preventicus". Das Unternehmen setzt als Spezialist für die Früherkennung von Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall auf Prävention per Smartphone. "Das bringt persönliche Empfehlungen für jeden Einzelnen und messbare Ergebnisse zur Erfolgskontrolle für das Unternehmen", sagt Richard. Ähnliches versprechen Unternehmen wie dacadoo oder Wellmo.