Wien. (ede) 20 Prozent Selbstbehalt müssen hierzulande Selbständige bei jedem Arztbesuch zahlen - außer sie nehmen am Vorsorgeprogramm der SVA (Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft) teil. Wer unter Aufsicht eines Arztes auf Gewicht, Blutdruck, Alkohol- und Tabakkonsum achtet, zahlt nur 10 Prozent.

Auch bei Kindern und Jugendlichen kann man nicht früh genug mit Gesundheitsprävention anfangen, findet SVA-Obmann und Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl. Er kündigte am Donnerstag bei der Vorstellung des Programms "SVA 2020" vor Journalisten einen Gesundheits-Check für 6- bis 18-Jährige an. Der "Gesundheitshunderter" der SVA, den Versicherte einmal im Jahr in Anspruch nehmen können, soll für eine Sportwoche in den Ferien eingesetzt werden. Details soll es im August beim Europäischen Forum Alpbach geben.

Die SVA hat in den vergangene Jahren zahlreiche Verbesserungen für ihre Beitragszahler erreicht. Zuletzt wurde mit Jahresbeginn 2016 die Mindestbeitragsgrundlage für Beiträge zur Krankenversicherung von rund 724 Euro auf dasNiveau der Arbeitnehmer von 406 Euro gesenkt. Seit 2013 gibt es Krankengeld für Unternehmer, allerdings erst ab dem 43. Tag der Krankheit. Sobald es grünes Licht von der Politik gebe, werde die Wartedauer verkürzt, so Leitl. Derzeit beträgt das Krankengeld 29,23 Euro pro Tag. Die SVA fordert auch vehement, dass 65-Jährige, die weiter arbeiten möchten, keine Pensionsbeiträge bezahlen müssen.

Im Vorjahr hat die SVA ein EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) von 7 Millionen Euro erzielt. Die Rücklagen betragen 250 Millionen Euro, sagte Leitls Stellvertreter in der SVA, Alexander Herzog.

Zu viele Sozialversicherungsträger


Derzeit gibt es in Österreich 22 Sozialversicherungsträger - das ist laut Regierung zu ineffizient. In einer Studie sollen Einsparungspotenziale gehoben werden. Ziel ist unter anderem, die Anzahl der Anstalten zu senken. Leitl, der sich selbst einmal für eine Zusammenlegung auf drei Anstalten - für Selbständige, Unselbständige und Beamte - ausgesprochen hat, sieht viel Potenzial im Backoffice-Bereich. Vor einer Fusion sollte eine Grundsatzdiskussion geführt werden, in der die SVA gerne ihre Expertise zur Verfügung stelle. Vor einigen Jahren ist die Fusion der SVA mit der Bauernversicherung gescheitert.