Wien. (apa/kle) Weil sie Provisionen aus Geschäften mit der Meinl Bank unversteuert nach Liechtenstein brachten, sind am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht der frühere Meinl-Manager Johann Mantler und sein Steuerberater verurteilt worden. Beide wurden wegen gewerbsmäßiger Steuerhinterziehung und Untreue schuldig gesprochen und zu Haft- und Geldstrafen in Millionenhöhe verurteilt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Eine mitangeklagte Steuerberaterin wurde freigesprochen.

Der Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Michael Tolstiuk verurteilte Mantler und dessen Steuerberater zu je 30 Monaten Haft, davon 20 Monate bedingt, sowie zu weiteren 15 Monaten bedingter Haft. Die Zweiteilung der Strafen ergibt sich daraus, dass sowohl das Strafgesetz als auch das Finanzstrafgesetz zur Anwendung kamen. Zudem müssen beide jeweils eine Geldstrafe von 2,1 Millionen Euro zahlen, davon wurde die Hälfte auf drei Jahre bedingt nachgesehen.

Mantler und der mitangeklagte, aber erkrankte Francis Lustig hatten mit Immobilien- und Wertpapiergeschäften für Meinl in den Jahren 2002 bis 2007 hohe Provisionen verdient. Die Erträge daraus betrugen 30,3 Millionen Euro. 16,8 Millionen Euro davon waren unversteuert nach Liechtenstein geflossen.