Wien. (del) 124 Zeugen, über 600 Befragungsstunden, 16 Millionen Aktenseiten und ein Schaden, der vorerst mit rund zwölf Milliarden Euro beziffert wird - das ist zumindest die numerische Bilanz des Hypo-Untersuchungsausschusses. Dieser ging am Dienstag mit Johannes Ditz, Hypo-Aufsichtsratschef zwischen 2010 und 2013 und Ex-Wirtschaftsminister, in seine letzte Sitzung.

Ditz musste zum zweiten Mal in den Zeugenstand. Und auch bei seiner zweiten Befragung bekräftigte er seine Kritik an der früheren Finanzministerin Maria Fekter: Die verstaatlichte Hypo Alpe Adria hätte schon 2012 in eine Bad Bank umgewandelt werden sollen, um den finanziellen Schaden für die Republik möglichst gering zu halten. Davor haben sich Fekter, aber auch Spindelegger gescheut, denn durch die Umwandlung der Hypo in eine Abbaueinheit wären die Staatsschulden auf einen Schlag stark gestiegen. Als die Hypo letzten Endes 2014 unter Finanzminister Hans Jörg Schelling zur Abbaueinheit Heta wurde, stieg das Budgetdefizit von 1,3 auf 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts; fast ausschließlich wegen der Heta. Bisher hat die ehemalige Hypo den Steuerzahler 5,5 Milliarden Euro gekostet.

16 Monate lang wurde befragt

In der letzten Befragung des seit nunmehr 16 Monaten laufenden U-Ausschusses kam kein Paukenschlag mehr. Es war der erste, der allein auf Antrag der Oppositionsparteien im Parlament eingesetzt wurde. Uneins sind sich Beobachter auch darüber, ob der Ausschuss überhaupt mehr zutage gebracht hat als Medienberichte sowie der Griss- und Rechnungshofbericht vor ihm.

Je nach Fraktion fiel die Bilanz am Dienstag unterschiedlich aus. Die Freiheitlichen sehen auch 16 Monate später die Hauptschuld an der größten Bankenpleite in der Zweiten Republik beim Finanzministerium. Die ÖVP-Finanzminister hätten die Bank von ihrer damaligen Mutter BayernLB übernommen und es verabsäumt, sie rechtzeitig abzuwickeln.

Das sieht Gabriele Tamandl, Fraktionsführerin der ÖVP, naturgemäß anders. Der Grund, warum die Hypo damals überhaupt vom Staat aufgefangen wurde, waren die Kärntner Landeshaftungen, die unter der damaligen FPÖ und dem verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider explodiert waren. Aktuell haftet Kärnten mit elf Milliarden Euro für die Hypo-Altlasten. Das sieht auch Kai Jan Krainer, SPÖ-Fraktionsführer so. Der Kärntner Schaden hätte eben "weggeräumt" werden müssen.