Freistadt/Wien. (kle) Es geht um Hightech-Batterien für Elektroautos. Im März 2017 soll es mit dem eigenen Werk so weit sein - da wollen die Brüder Markus, Philipp und Johann Kreisel, drei Jungunternehmer aus Oberösterreich, ihre Fabrik für Hochleistungsbatterien in Rainbach im Mühlkreis in Betrieb nehmen. In die Fabrik, für deren Bau im Mai der Startschuss fiel, sollen mehr als zehn Millionen Euro fließen. Geplant ist, dass der künftige Hauptstandort der derzeit in Freistadt ansässigen Start-up-Firma Kreisel Electric 70 bis 100 Mitarbeiter hat. Pro Jahr sollen in Rainbach Batterien für ungefähr 8000 Fahrzeuge vom Band laufen.

In der Automobil-Branche eilt den Gebrüdern Kreisel der Ruf voraus, dass das von ihnen entwickelte Batteriesystem leistungsfähiger, leichter und langlebiger als alles ist, was es bisher für Elektroautos auf dem Markt gibt. Auf dieses System hat ihr vor knapp zwei Jahren gegründetes Unternehmen, das derzeit noch in einer Großgarage tätig ist (die Batterien werden von Hand gefertigt), zwei Patente.

Batterien sind bei E-Autos
bisher Schwachstelle


Auf die kleine Start-up-Firma im nördlichen Mühlviertel sind große Autobauer wie etwa Volkswagen längst aufmerksam geworden. In Freistadt laufen deshalb die Telefondrähte heiß, viele Interessenten aus der Branche pilgern auch direkt zu den Kreisels, um sich selbst ein Bild davon zu machen, ob hier die E-Mobilität tatsächlich revolutioniert wird und eine Partnerschaft möglich ist. "Die ganze Welt klopft derzeit bei uns an", heißt es bei den Brüdern.

Dass die Zukunft den Stromautos gehört, davon sind so gut wie alle Autokonzerne überzeugt. Die großen Fahrzeughersteller arbeiten daher seit Jahren an einer eigenen E-Flotte. Allerdings hapert es noch an den Batterien, die nur eine eher geringe Reichweite erlauben. Viel mehr als 100 Kilometer sind bei den meisten Elektroautos nicht drin, dann muss ihnen wieder "Saft" zugeführt werden. Dies und das Faktum, dass es generell noch zu wenige Ladestationen gibt, gelten als Grund dafür, dass sich Elektroautos noch kaum verkaufen und der Durchbruch in der E-Mobilität auf sich warten lässt.

Auf ihre von ihnen bisher entwickelte Technologie - angeblich ein Wunderakku - sind die Kreisels stolz. "Porsche möchte bis 2020 Autos anbieten, die deutlich mehr als 300 Kilometer Reichweite haben. Wir können das heute schon", so Markus Kreisel zuletzt im "Spiegel", ohne jedoch technische Geheimnisse zu verraten.

In 28 Minuten aufgeladen,
Lebensdauer von 400.000 km


Verraten wird nur, dass es sich bei der Batterie der Kreisels um einen Stromspeicher handelt, der durch ein Thermo-Management mit einer zirkulierenden Flüssigkeit besonders leistungsfähig sei. Neben der Reichweite von deutlich mehr als 300 Kilometern soll die Ladezeit mit 28 Minuten (für 100 Prozent) relativ kurz sein und die Lebensdauer immerhin 400.000 Kilometer betragen.

Noch vor wenigen Jahren waren die Kreisel-Brüder, die schon immer als Tüftler galten, Landwirte, Maschinenbauer oder Verkäufer im familieneigenen Elektrohandel. Begonnen hat alles damit, dass sich ihr Vater ein E-Auto kaufte. Von da an bastelten sie und bauten verschiedene Fahrzeuge in ein E-Auto um - mit dem Ehrgeiz, eine Batterie zu entwickeln, die alles bisher Bekannte übertrifft.