Wien/Klagenfurt. (kle) Die Heta, eine aus der Kärntner Krisenbank Hypo Alpe Adria hervorgegangene Abbaugesellschaft im Eigentum der Republik Österreich, hat das geschichtsträchtige Hotel Holiday Inn Sarajevo verkauft. Die neue Besitzerin des Hauses ist eine in Bosnien-Herzegowina führende Firma aus der Tourismusbranche, die "Europa d.d. za ugostiteljstvo i turizam" mit Sitz in Sarajevo, wie aus einer Pressemitteilung der Heta vom Mittwoch hervorgeht. Über den Verkaufspreis des 1983 extra für die olympischen Winterspiele gebauten Hotels ist Stillschweigen vereinbart worden. Der Immobilien-Komplex umfasst insgesamt 250 Zimmer, 97 Büroräume, fünf Tagungsräume sowie Einrichtungen für Restaurants, Bars und Shops.

Das Holiday Inn Sarajevo, einst ein Luxushotel, gilt sowohl architektonisch als auch geschichtlich als wichtiges Symbol der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas. Nach der Olympiade war das Hotel ein wichtiger Tagungsort für politische Parteien. Am Höhepunkt des Jugoslawienkrieges erwarb sich das Hotel einen ikonischen Status, als viele internationale Journalisten aus dem Hotel heraus berichteten, während es wiederholt beschossen wurde.

Zwangsschließung im Vorjahr


2004 sollte das im Krieg stark beschädigte Hotel mit einem Kredit der Hypo Alpe Adria privatisiert und modernisiert werden. Die Villacher Baufirma Alpha Baumanagement garantierte, eine halbe Million Euro in die Modernisierung zu stecken, was jedoch nie geschah. 2015 verfügte das Amtsgericht in Sarajevo die Zwangsschließung des gelb-braunen Hotels wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Im Vollstreckungsverfahren war die Heta als größte Einzelgläubigerin der Hotelgesellschaft vom Gericht mandatiert worden, einen Ausschreibungsprozess nach dem Bestbieter-Prinzip abzuhalten.