Wien. (kle) Die staatliche Abbaugesellschaft Heta - sie ist aus der Kärntner Krisenbank Hypo Alpe Adria hervorgegangen - sitzt nach dem Verkauf und der Verwertung von Firmen-Assets auf einem beträchtlichen Geldvermögen. Ende Juni waren es 5,3 Milliarden Euro, wie Heta-Chef Sebastian Schoenaich-Carolath am Donnerstag vor Journalisten mitteilte. Für die Bedienung von Schulden - bei der Heta das Hauptthema schlechthin - sind die Gelder derzeit aber gesperrt. Geparkt sind sie deshalb bei der Nationalbank. Doch statt Zinsen für ihre Guthaben zu kassieren wird die Heta durch "Strafzinsen" belastet.

"Wir zahlen 0,4 Prozent Negativzins dafür", sagte Schoenaich-Carolath. Effizient sei dies jedenfalls nicht. Daher müsse im Interesse der Gläubiger überlegt werden, welchen Sinn es habe, mehrere Milliarden bei der Nationalbank zu bunkern. Schoenaich-Carolath und Ex-Volksbanken-Manager Alexander Tscherteu, sein für Finanzen zuständiger Vorstandskollege, wollen der Finanzmarktaufsicht (FMA) nun vorschlagen, im kommenden Jahr Gelder an die Gläubiger vorab auszuzahlen. Bezogen auf den jüngsten Guthabenbestand von 5,3 Milliarden Euro fällt pro Jahr - rein rechnerisch - ein Negativzins in Höhe von mehr als 21 Millionen Euro an.

Beim Abbau bisher über Plan

Am frühesten möglich wäre eine Ausschüttung von Heta-Mitteln einen Monat nach Feststellung der Bilanz für 2016, erklärte Tscherteu weiter. Fertig wird die Bilanz der Ex-Hypo im April 2017.

Die Verwertung des Heta-Vermögens - dazu gehören vor allem notleidende Kredite, Firmenbeteiligungen und schwer verkäufliche Immobilien - will Schoenaich-Carolath weiterhin bis Ende 2020 de facto erledigt haben. Bisher laufe der Abbau jedenfalls besser als geplant. Gegenüber dem Jahresultimo 2014 sei die Bilanzsumme um 4,2 Milliarden auf 5,5 Milliarden Euro (Mai 2016) gesenkt worden. Wie der Heta-Chef dazu anmerkte, liege die monatliche Reduktion der Bilanzsumme somit bei deutlich mehr als 250 Millionen Euro. Das sei signifikant über dem Zeitplan. Schoenaich-Carolath warnte jedoch vor Euphorie. Das Abbautempo könnte sich noch verlangsamen. Zuletzt etwa sei ein britischer Investor - vermutlich aufgrund des Brexit-Votums - bei einem größeren Deal wieder abgesprungen.

6,3 Milliarden Euro Erlös?

Derzeit feilt das Heta-Management an einem neuen Abbauplan. Ende August soll er vorgelegt werden. Im ursprünglich im Sommer 2015 erstellten Fünf-Jahresplan hat das Management dem Bund, dem Eigentümer der Heta, aus dem Abbau 6,3 Milliarden Euro bis Ende 2020 zugesagt.

Für heuer erwartet die Ex-Hypo nach den dramatisch negativen Bilanzen der Vorjahre ein positives Ergebnis von deutlich über sieben Milliarden Euro - bedingt vor allem durch den von der FMA im Frühjahr verfügten Schuldenschnitt von knapp 54 Prozent. Unabhängig davon tüftelt das Land Kärnten gerade an einem neuen Angebot für die Heta-Gläubiger, um sich von seinen erdrückenden Haftungen loszukaufen.