Wien/München. Die Allianz ist Finanzkreisen zufolge zusammen mit dem italienischen Gasnetzbetreiber Snam im Rennen um die zum Verkauf stehende Gasnetz-Tochter des Ölkonzerns OMV. Dies sagten mehrere mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Das Konsortium dürfte für den 49-Prozent-Anteil an Gas Connect Austria ebenso bieten wie der Infrastruktur-Investor Macquarie aus Australien und der tschechische Energiekonzern EPH.

Die "Presse" hatte zuvor berichtet, der heimische Versicherungskonzern Allianz Österreich biete im Konsortium mit dem kanadischen Pensionsfonds Borealis Infrastructure. Der italienische Pipelinebetreiber Snam sei ein Rivale der Allianz im Bieterstreit.

Die verbindlichen Offerten seien Ende der Woche fällig, sagten die Insider. Sie dürften zwischen 500 und 600 Millionen Euro liegen. Die OMV will mit dem Teilverkauf Geld für Investitionen in die Kasse bringen. Ein OMV-Sprecher sagte nur, die Verträge sollten bis Ende des Jahres unterschrieben werden.

Snam, Macquarie, die Allianz und EPH wollten sich nicht äußern. Energienetze sind für Finanzinvestoren attraktiv, weil sie langfristig stabile Renditen versprechen. Snam ist bereits jetzt der größte Gasnetz-Betreiber in Europa.

Der Teilverkauf der Gas Connect ist in Österreich umstritten. Befürworter argumentieren mit dem hohen Verkaufspreis, Gegner verweisen auf die infrastrukturelle Bedeutung.