Linz/Wien. (kle) Beim Stahltechnologiekonzern Voestalpine sind die Geschäfte zuletzt alles andere als rund gelaufen. Umsatz und Ergebnisse waren im ersten Quartal des Wirtschaftsjahres 2016/17 - April bis Juni - von der schwächelnden Nachfrage der Öl- und Gasindustrie stark belastet. Dass sich der Betriebsgewinn, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), auf 168 Millionen Euro mehr als halbierte, hat am Dienstag an der Wiener Börse etliche Voestalpine-Investoren verschreckt. Sie schickten die Stahlaktie auf Talfahrt, im Verlauf fiel der Kurs um bis zu 5,7 Prozent auf 30,23 Euro.

Die Quartalsergebnisse ebenso gedrückt hätten Anlaufkosten für das neue Eisenschwamm-Werk im texanischen Corpus Christi, aber auch eine Nachjustierung nach einer Reparatur des Hochofens in Linz. Beides hat laut Konzernchef Wolfgang Eder mit jeweils rund zehn Millionen Euro zu Buche geschlagen.

Gewinnprognose bleibt


Netto verdiente die Voestalpine im ersten Geschäftsquartal mit 106 Millionen Euro sogar um fast zwei Drittel weniger. Der Vorjahresvergleich sei aber nur bedingt aussagekräftig, da im Vorjahresquartal Einmalerträge wegen einer Konsolidierungsumstellung bei Tochterfirmen angefallen waren, wie der Konzern erklärte. Unter Ausklammerung dieser Sondereffekte wäre der Rückgang bei den Ergebnissen nicht so stark ausgefallen. Sowohl das Ebit als auch der Gewinn nach Steuern lägen bereinigt nur um jeweils rund 28 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Für die weitere Geschäftsentwicklung ist Eder zuversichtlich. "Wir gehen davon aus, dass dieses Quartal das schwächste im Jahresverlauf bleiben wird", sagte er in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Im Gesamtjahr will Eder, wie bisher kommuniziert, "nahe an das Ebit des Vorjahres herankommen". 2015/16 hatte es 888,8 Millionen Euro betragen.

Positiv auswirken würden sich im weiteren Jahresverlauf höhere Preise bei den Stahlverträgen, so Eder. Daneben solle aber auch die Fortführung des Kostensenkungsprogramms die Ergebnisentwicklung unterstützen.

Zum Nachfrageeinbruch in der für den Konzern wichtigen Öl- und Gasbranche sagte Eder, dass dieser zuletzt immer stärker spürbar geworden sei. Eine Entspannung aufgrund sinkender Lagerbestände sieht der Manager erst gegen Ende des Geschäftsjahres. Die Voestalpine produziert etwa Grobbleche für Pipeline-Stahlrohre. Für das Geschäft mit der Autoindustrie, für die der Konzern unter anderem Bleche für Karosserieteile herstellt, rechnet Eder mit einer stabilen Entwicklung.