Wien. Post-Generaldirektor Georg Pölzl ist im Konflikt mit dem türkischen Paketzusteller Aras Kargo, an dem die Post 25 Prozent hält, um Deeskalation bemüht. Wie berichtet spießt sich die bei der Übernahme 2013 vertraglich fixierte Aufstockung der Beteiligung von 25 auf 75 Prozent. Die türkischen Partner wollen davon nun nichts mehr wissen und forderten in einem nicht gerade freundlichen Ton, dass sich die Österreicher wieder aus dem türkischen Markt zurückziehen.

"Ich will keine verhandlungstaktischen Details offenlegen", hielt sich Pölzl am Donnerstag bei der Präsentation der Halbjahresbilanz in der Causa bedeckt. Er bleibt aber hartnäckig und hat schon einen Termin "mit Frau Aras". Managerin und Mehrheitseigentümerin Evrim Aras sieht aus mehreren für die Post nicht nachvollziehbaren Gründen - so habe etwa der Einfluss der Österreichischen Post in der Türkei das Wachstum von Aras Kargo behindert - keine Basis mehr für eine weitere Partnerschaft. Pölzl pocht auf Vertragstreue und will im Extremfall ein Schiedsgericht in der Schweiz anrufen.

Starkes zweites Quartal

Auch mit ihrer Beteiligung an der deutschen Trans-o-Flex hatte die Post kein Glück. Der Firmenwert musste mehrmals abgeschrieben werden, schließlich wurde die Logistiktochter mit Stichtag 8. April 2016 wieder verkauft.

Ohne Trans-o-Flex hätte die Post den Halbjahresumsatz um 0,6 Prozent gesteigert, so wurde es ein Minus von 8,8 Prozent auf rund 1 Milliarde Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) legte um 2,2 Prozent auf 98,6 Millionen Euro zu, wobei vor allem das 2. Quartal mit einem kräftigen Plus von 11,7 Prozent beitrug, so Pölzl.

Gerne spricht er auch über die Neuerungen im Produktportfolio der Post. Ab 1. Jänner 2017 können im Inland "Päckchen" in zwei Größen beziehungsweise Stärken zum Preis von 2,50 bzw. 4 Euro versendet und kostenlos online verfolgt werden. Ideal für Bücher, Dokumente, Bekleidung mit einem Gewicht von bis zu zwei Kilogramm. Die Formate und Tarife bei den herkömmlichen Inlandspaketen bleiben gleich.

Nur mehr zwei Brief-Formate

Standard-Auslandspakete heißen künftig Paket Light International. Auch sie kann man online verfolgen. Damit komme man einer Forderung der EU-Kommission nach, sagte Pölzl. Eine Sendung bis zwei Kilo innerhalb der EU - das am häufigsten genutzte Format- kostet künftig 8,90 Euro statt derzeit 13,25 bis 14,25 Euro.

Der Standardbrief mit 68 Cent (bis 20 Gramm Gewicht) bleibt. Neu ist Brief "M" zu 1,25 Euro für Sendungen bis 75 Gramm. Derzeit gibt es bei der österreichischen Post noch fünf verschiedene Briefformate.